News
 

Porträt: Merkel «mächtigste Frau der Welt»

Für das US-Wirtschaftsmagazin Forbes ist Angela Merkel die mächtigste Frau der Welt.Großansicht
Berlin (dpa) - Für das US-Wirtschaftsmagazin Forbes ist Angela Merkel seit 2006 die mächtigste Frau der Welt. Sie ist die erste Kanzlerin der Bundesrepublik und regiert das Land seit fünf Jahren - erst mit der SPD, heute mit der FDP.

Viele Konkurrenten hat sie hinter sich gelassen und mächtigste Männer der Welt kritisiert - bis hin zum Papst. Am 10. April ist die 55-Jährige seit einem Jahrzehnt Vorsitzende der CDU. Damals stimmten 95,9 Prozent der Delegierten für Merkel. Zuletzt wurde sie mit 94,8 Prozent wiedergewählt. Der Aufstieg der in der DDR aufgewachsenen Tochter eines evangelischen Pfarrers zeugt von Beharrlichkeit, Nervenstärke und Härte.

Merkel wurde am 17. Juli 1954 in Hamburg geboren. Kurz darauf übernahm ihr Vater eine Pfarrei in Brandenburg. Sie studierte in Leipzig Physik und promovierte 1986 über die «Untersuchung des Mechanismus von Zerfallsreaktionen mit einfachem Bindungsbruch und Berechnung ihrer Geschwindigkeitskonstanten auf der Grundlage quantenchemischer und statistischer Methoden». Die Beschäftigung mit der Naturwissenschaft, so heißt es über Merkel, habe ihr auch einen pragmatischen und kühlen Blick auf die Politik verschafft.

Ende 1989 engagierte sie sich beim Demokratischen Aufbruch - unter dem Dach der evangelischen Kirche. 1990 wurde sie stellvertretende Regierungssprecherin des letzten DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière. Im August 1990 wechselte sie zur CDU Ost. 1991 holte sie Bundeskanzler Helmut Kohl (sein «Mädchen») als Frauenministerin ins Kabinett, 1994 wurde sie Bundesumweltministerin und 1998 nach der für die CDU verlorenen Bundestagswahl Generalsekretärin der Partei.

Am 22. Dezember 1999 brach Merkel, Kohls Zögling, mit dem Übervater der CDU. Mit einer schonungslosen Analyse der Folgen der CDU-Spendenaffäre forderte sie die Partei in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ) auf, sich von Kohl zu lösen. Er hatte eingeräumt, für die CDU 1,5 bis 2 Millionen Mark Spenden gesammelt und nicht im Rechenschaftsbericht verbucht zu haben. Die Namen der Spender nennt er bis heute nicht, weil er ihnen sein «Ehrenwort» darauf gegeben habe. Merkel kritisierte, dass Kohl sein Ehrenwort über Recht und Gesetz gestellt habe. Kohl verlor in der Folge sogar den Ehrenvorsitz der Partei.

2002 ließ Merkel dem CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber den Vortritt bei der Kanzlerkandidatur. Stoiber scheiterte. 2005 trat sie selbst an und wurde trotz des bis dahin historisch schlechtesten Wahlergebnisses der Union (35,2 Prozent) Kanzlerin. Es gibt aber auch die private Angela Merkel, die zu Hause Jeans trägt, und gemeinsam mit Ehemann Joachim Sauer, der sich aus der Rolle als Kanzlergatte weitgehend heraushält, im Supermarkt einkaufen geht. Freizeit hat sie allerdings kaum. Am Sonntag einmal länger schlafen und etwa zweimal im Jahr selbst einen Kuchen backen - viel mehr ist nicht drin.

Parteien / CDU / Merkel
02.04.2010 · 10:00 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

News-Suche

 

News-Archiv

 
Diese Woche
24.07.2017(Heute)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen