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Porträt: Hannelore Kraft - Herzdame der SPD

Hannelore KraftGroßansicht

Düsseldorf (dpa) - Hannelore Kraft ist der neue Stern am Himmel der SPD. Sie hat das Experiment Minderheitsregierung entschlossen genutzt und die Sozialdemokraten in Nordrhein-Westfalen zu alter Stärke geführt.

«NRW im Herzen» hatte die SPD auf ihre Wahlplakate mit der alten und neuen Ministerpräsidentin gedruckt. Mit ihrem Triumph bei der Landtagswahl ist die 50-Jährige endgültig zur Herzdame der Sozialdemokraten geworden - nicht nur in Nordrhein- Westfalen. In der Traditionspartei SPD hat sie eine atemberaubend schnelle Karriere hingelegt.

Kraft hatte sich im Sommer 2010 nur zögernd auf die Minderheitsregierung eingelassen, doch die Chancen ergriff sie dann entschlossen. In den folgenden zwei Jahren erarbeitete sie sich das Auftreten einer Landesmutter. Während sich ihr CDU-Herausforderer Norbert Röttgen in selbst gespannten Fallstricken verhedderte, eroberte Kraft Fußgängerzonen und Schrebergärten. Im Straßenwahlkampf stimmte sie auch schon mal in das Volkslied «Kein schöner Land in dieser Zeit» ein. Viele erinnerte dieser Wahlkampfstil an die SPD-Ikone Johannes Rau. Auch der verstand es, Angriffe der Opposition wegzumenscheln.

Wie Rau gewährt auch Kraft dosiert Einblick in ihr Privatleben - von den Kochkünsten ihres Mannes Udo, über den Familienurlaub in einer Sportschule im Sauerland bis zum Auslandsaufenthalt von Sohn Jan in Neuseeland. Im Wahlkampf ließ sie Bilder auf ihre Facebook-Seite stellen, die eine von vielen Auftritten erschöpfte Politikerin zeigten. Glamour-Bilder sind nicht ihr Ding.

Wenn es darauf ankommt, trifft Kraft, die manchmal zum schnoddrigen Ruhrgebietston neigt, die richtigen Worte. Ihre einfühlsame Rede bei der Trauerfeier für die Opfer der Loveparade-Katastrophe fand große Anerkennung. Da sprach nicht nur eine Politikerin, sondern auch eine Mutter, deren Kind damals selbst in der Menschenmenge war, aber Glück hatte.

Kraft ist eine Frau aus dem Ruhrgebiet, Straßenbahnertochter, die erste in ihrer großen Mülheimer Familie, die Abitur gemacht hat. «In der Schule unterkriegen lassen war natürlich nicht», erzählt sie über ihre Schulzeit. «Also biss ich mich durch.»

Sie wurde Diplom-Ökonomin, Unternehmensberaterin und trat 1994 in die SPD ein. Es folgte eine schnelle Karriere: Abgeordnete, Ministerin, Regierungschefin. Auch Mitarbeiter und Parteifreunde bekommen zu spüren, dass Kraft (Selbstbeschreibung: «Klare Kante») weiß, was sie will. In den Sachthemen will sie stets im Film sein.

Wie weit sie die Politik noch trägt, ist nicht abzusehen. Eine Kanzlerkandidatur hat Kraft stets von sich gewiesen. Aber eins hat sie dem Berliner Kandidatentrio Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück seit Sonntag endgültig voraus: einen klaren eigenen Wahlsieg.

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Wahlen / Landtag / NRW
14.05.2012 · 01:37 Uhr
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