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Porträt: Gastgeber Harper

Harper und MerkelGroßansicht
Toronto (dpa) - Schon vor Beginn des Doppelgipfels der G8- und G20-Staaten gab es schweren Ärger für den Gastgeber, Kanadas Premier Stephen Harper (51). Die Kosten von 1,1 Milliarden kanadische Dollar (870 Millionen Euro) seien astronomisch, wettert die Opposition.

Der dreitägige Auftrieb koste mehr als die gesamte Winterolympiade in Vancouver. Dann ist da noch dieser künstliche Teich, mit dem das Medienzentrum in Toronto verschönert wurde. Dabei gehe es bei den Konferenzen auch um die Armen dieser Welt - kein Fingerspitzengefühl, ätzten Kritiker.

Der Gipfelmarathon ist für den aus Toronto stammenden Konservativen zwar ein Heimspiel. Doch große Erfahrung auf der internationalen Bühne hat der seit 2006 regierende Harper bislang kaum vorzuweisen. Noch vor gar nicht langer Zeit habe er als Provinzpolitiker gegolten, schreibt die heimische «Globe and Mail» mit ungewöhnlicher Offenheit. Lange Zeit habe Harper nicht einmal sonderliches Interesse für Außenpolitik aufbringen können.

Seine strikte Ablehnung einer Bankenabgabe schon im Vorfeld des Doppeltreffens hat für Stirnrunzeln unter Teilnehmern gesorgt. Noch mehr die ausdrückliche Begründung, die kanadischen Banken seien vom Crash 2006 verschont geblieben. Kritikern erscheint das als eine eher selbstbezogene Sicht der Dinge.

Allerdings hat Harper als Führer einer Minderheitsregierung notgedrungen gelernt, Kompromisslösungen zu suchen. Früher galt er als Mann, dem Konsensbereitschaft abging, der «Überzeugungspolitiker» wie Ronald Reagan und Margaret Thatcher bewunderte. Diese Phase habe er mittlerweile hinter sich, meinen Insider. Auch sein Interesse an Außenpolitik habe deutlich zugenommen.

G8 / G20 / Gipfel
26.06.2010 · 10:51 Uhr
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