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Porträt: Christoph Matschie

Auf der Such nach einem Koalitionspartner: Der Thüringer SPD-Chef Christoph Matschie hat verschiedene Optionen.Großansicht
Erfurt (dpa) - Christoph Matschie will die Gunst der Stunde nutzen. Nach der Landtagswahl hat die gebeutelte SPD in Thüringen - obschon nur Dritte - gleich zwei Möglichkeiten zum Regieren: Schwarz-Rot oder Rot-Rot. Diese Chance will der 48-jährige SPD-Politiker nicht verstreichen lassen.

Matschies Aufstieg zum Spitzenmann der Thüringer SPD begann im Wendeherbst 1989. Der Jenaer Theologiestudent engagierte sich beim DDR-Vorläufer der SPD, bei Demonstrationen und am «Runden Tisch». 1990 wurde Matschie für die SPD in den Bundestag gewählt, dem er bis 2004 angehörte. Er galt bald als aussichtsreicher SPD-Nachwuchs aus dem Osten. 2002 wurde er zudem Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesforschungsministerium.

Von 1999 an übernahm den SPD-Vorsitz in Thüringen nach einer Landtagswahl, bei der die Sozialdemokraten zweistellig verloren hatten und in der Opposition landeten. Matschie lenkte die Partei weiterhin von Berlin aus, trat 2004 jedoch als Spitzenkandidat für die Landtagswahl an. Die Sozialdemokraten stürzten auf 14,5 Prozent ab, ihr schlechtestes Ergebnis seit 1990. 2004 wechselte Matschie ganz von Berlin nach Thüringen und führt seitdem die kleine SPD- Fraktion.

Der am 15. Juli 1961 in einer Pfarrerfamilie in Mühlhausen geborene Matschie wollte eigentlich Arzt werden, erhielt dafür in der DDR aber keine Studienzulassung. Er lebt mit seiner aus Äthiopien stammenden Frau und zwei Kindern in Jena. Zu seinen Hobbys zählt Bergsteigen.

Koalition / Thüringen
04.09.2009 · 20:59 Uhr
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