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Porträt: Christian Lindner - Der neue Star der FDP

Christian Lindner wurde mit 95,6 Prozent zum neuen FDP-Generalsekretär gewählt.Großansicht
Köln (dpa) - Für FDP-Querdenker Wolfgang Kubicki ist Christian Lindner «ein Juwel der Partei». Parteichef Guido Westerwelle sieht in dem neuen Generalsekretär «eines der größten jungen Talente, die die FDP hat».

Mit 95,6 Prozent wurde der 31 Jahre alte Politologe aus Wermelskirchen in Nordrhein-Westfalen am Samstag in Köln nun auch offiziell in sein Amt gewählt.

Mit einer umjubelten, frei vorgetragenen Rede empfahl sich Lindner anschließend als der neue «Programmdirektor» der Liberalen, der das Profil der FDP als Programmpartei schärfen will. Bereits in den ersten Monaten seiner zunächst provisorischen Amtszeit hatte er gezeigt, dass er das Zeug hat, die Partei zu prägen. «Sekretär» oder «Lautsprecher» von Westerwelle will er jedenfalls nicht sein.

Noch Jürgen Möllemann hatte das Nachwuchstalent Christian Lindner entdeckt und gefördert. 2000 wurde er jüngster Landtagsabgeordneter in Düsseldorf, 2004 Generalsekretär der Landespartei. Als nach der Bundestagswahl 2009 das gesamte Führungspersonal der Bundespartei in Regierungsämter strebte, holte Westerwelle Lindner nach Berlin und machte ihn zum Nachfolger von Dirk Niebel, der Entwicklungshilfeminister wurde.

Inzwischen hat das kommunikative Naturtalent alle Hände voll zu tun, um das schlechte Image seiner Partei wieder zu verbessern. Lindner versucht das mit einer Art Doppelstrategie.

«Der Staat ist ein teurer Schwächling», der auf seine Kernaufgaben zurückgeführt werden müsse, bedient er den neoliberalen Flügel der FDP. Zugleich wirbt Lindner für einen «mitfühlenden Liberalismus». Das soll wiederum helfen, das alte FDP-Image der sozialen Kälte abzustreifen. Für einen «neuen sozialen Konsens» in der Gesellschaft wirbt er zusammen mit Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler: «Freiheit und Fairness» statt des «ausgehöhlten Kampfbegriffs der sozialen Gerechtigkeit».

Der Einsatz des Luftwaffen-Oberstleutnants der Reserve hat sich schon in seinen ersten Monaten in Berlin gelohnt. Trotz der Turbulenzen um die FDP in der Regierung blieb es in der Partei auffallend ruhig. «Bambi» - so der Spitzname des rhetorisch gewandten und stets freundlichen Lindner zu Möllemanns Zeiten - hielt Westerwelle den Rücken von innerparteilichen Querelen frei.

Nur auf sein Hobby musste der passionierte Autofahrer verzichten. Der FDP-General verkaufte seinen alten Porsche, weil er im hektischen Berliner Politbetrieb keine Zeit mehr für die Autobastelei fand.

Parteien / FDP / Parteitag
25.04.2010 · 21:46 Uhr
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