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Porträt: Außenminister Manuchehr Mottaki

Teheran (dpa) - Als Außenminister hat Manuchehr Mottaki den schwierigsten Job im Kabinett des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad.

Der konservative Technokrat, der in der Vergangenheit auch für reformorientierte Präsidenten gearbeitet hatte, musste in den letzten viereinhalb Jahren die Vorstellungen des erzkonservativen Ahmadinedschad von globaler Diplomatie im Ausland rechtfertigen. Keine einfache Aufgabe, besonders wenn es sich um die Vernichtung Israels, Leugnung des Holocaust und kompromisslose Atompolitik handelt. Themen, mit den sich Mottaki bei seinen Amtskollegen im Westen nicht gerade beliebt gemacht hat.

Den Stress der ersten vier Amtsjahre wollte er sich nach dem erneuten Wahlsieg Ahmadinedschads im Juni vergangenen Jahres eigentlich nicht wieder antun. Wegen Mangels an Alternativen und Beharrens des Establishments machte er jedoch weiter. Es wird im Außenministerium gemunkelt, dass er mit seinem Chef in vielen Fragen nicht immer einer Meinung ist, sich aber aber dennoch loyal gibt und keine öffentliche Kritik übt.

Der 1953 in der nordiranischen Hafenstadt Gaz geborene Mottaki studierte zunächst in Indien Soziologie und kehrte dann in seine Heimat zurück, um einen weiteren Abschluss in internationaler Politik zu machen. 1985 wurde er Botschafter in der Türkei, vier Jahre stellvertretender Außenminister unter Präsident Akbar Haschemi- Rafsandschani. Mottaki ging 1994 als Botschafter nach Japan. Er kehrte 1999 in die iranische Hauptstadt zurück, um den reformorientierten Präsidenten Mohammed Chatami in außenpolitischen Fragen zu beraten.

Der grundsätzlich konservative Mottaki gilt in außenpolitischen Fragen als moderat. Im Streit um das iranische Atomprogramm betrachtet er allerdings - wie auch viele Oppositionelle - die Nukleartechnologie als legitimes Recht des Irans. Anders als Präsident Ahmadinedschad, ist er jedoch kein Provokateur, sondern bleibt stets sachlich und versucht jegliche Eskalation zu vermeiden. Mottakis Lieblingsworte «win-win-Lösung» und «Diplomatie ist keine Einbahnstraße».

International / Sicherheit / Atom / Iran
06.02.2010 · 21:58 Uhr
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