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Porträt: Athens Oppositionsführer Antonis Samaras

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Athen (dpa) - Der konservative Chef der größten Oppositionspartei Griechenlands Nea Dimokratia (ND) steht für seine Meinung, koste es, was es wolle. «Für meine Ansichten bin ich elf Jahre am Rande des politischen Geschehens geblieben. Ich werde nicht jetzt meine Meinung ändern», sagt Antonis Samaras immer wieder.

Ganz Europa ruft ihn seit Wochen auf, so schnell wie möglich einen Konsens zu suchen, mit dem die griechischen Parteien zusammen das schwierige Sparprogramm in die Tat umsetzen und Griechenland sicher aus der Krise führen.

Doch Samaras beharrt auf seiner Position: Ja der Staat muss verschlankt werden. Nein die Maßnahmen sind falsch, weil sie die Wirtschaft abwürgen. «Die Medizin ist schlimmer als die (Finanz-)Krankheit», sagte er immer wieder und verweigert die Stimme seiner Partei für das Sparprogramm.

Beharrlichkeit durchzieht sein politisches Leben. Als griechischer Außenminister trieb er das Land Anfang der 90er Jahre in den endlosen Streit um den Namen der nördlichen Nachbarrepublik Mazedonien. Die Republik sollte einen anderen Namen annehmen, der das Wort Mazedonien nicht beinhalte, weil der historische Name griechisch und nicht slawisch ist und weil es in Nordgriechenland eine gleichnamige Provinz gibt. Als er merkte, dass sein Kurs nicht mehr von der Führung der damals regierenden ND getragen wird, stürzte er die ND-Regierung 1993 zusammen mit einigen Abgeordneten und gründete eine neue Partei; den in nationalistischen Gewässern angelnden «Politischen Frühling». Er scheiterte, blieb elf Jahre gebrandmarkt als Abtrünniger in der politischen Bedeutungslosigkeit.

Nach der verheerenden Niederlage der Konservativen im Oktober 2009 kam Samaras' neue Chance. Bereits 2007 hatte die ND ihm die Rebellion verziehen und ihn wieder aufgenommen. Er wurde Kulturminister. Nach der Wahlniederlage 2009 wurde er von den Mitgliedern der Partei am 29. November 2009 zum neuen Parteichef der ND gewählt.

Antonis Samaras hatte es bislang nicht schwer in seinem Leben. Er wurde am 23. Mai 1951 in Athen geboren. Als junger Mann war er griechischer Jugend-Tennismeister. Dann schickte ihn seine reiche Familie in die USA zum Studium. Dort lebte er im Internat eine Weile lang mit dem heutigen sozialistischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou zusammen (Amherst College für Ökonomie). Danach ging es nach Harvard weiter. 1977 kehrte er nach Griechenland zurück und wurde gleich als 26-jähriger ins Parlament gewählt. Samaras ist verheiratet und hat zwei Kinder.

EU / Finanzen / Griechenland
23.06.2011 · 22:15 Uhr
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