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Porträt: Ajatollah Ali Chamenei hat die Kontrolle

Ajatollah Ali ChameneiGroßansicht
Hamburg (dpa) - Ajatollah Ali Chamenei herrscht als höchste Autorität mit umfassenden Machtbefugnissen über die Islamische Republik Iran. Ein Expertenrat aus 86 Geistlichen ernannte ihn 1989 nach dem Tod des Revolutionsführers Ajatollah Khomeini zu dessen Nachfolger auf Lebenszeit.

Der 70-Jährige ist als «Vali Faghih» (oberster Führer) nicht nur geistliches Oberhaupt im schiitischen Gottesstaat. Chamenei ist auch die höchste Instanz bei politischen Entscheidungen und steht laut Verfassung über Recht und Gesetz.

Der Geistliche muss jeden gewählten Präsidenten bestätigen. Er ist zudem Oberbefehlshaber der rund 520 000 Mann starken Armee und der Revolutionsgarden «Pasdaran» mit etwa 125 000 Kämpfern. Auch die bis zu eine Million «Basidsch»-Freiwilligen hören letztlich auf sein Kommando. Diese religiösen «Hilfspolizisten» sind mit Knüppeln und Messern bewaffnet und kontrollieren Menschen auf Straßen, in Betrieben und Schulen. Chamenei entscheidet zudem über die Spitzen der Justiz und bestimmt über die Massenmedien.

Er kontrolliert auch den zwölfköpfigen Wächterrat. Der Revolutionsführer ernennt sechs Kleriker zu Wächtern. Die übrigen Mitglieder werden vom Obersten Richter ausgewählt, der wiederum von Chamenei bestimmt wird. Dieser Rat prüft alle Gesetze auf Vereinbarkeit mit dem islamischen Recht. Bei allen Wahlen entscheiden die Wächter über die ideologische und religiöse Zuverlässigkeit der Kandidaten. Allein bei den Präsidentenwahlen scheitern regelmäßig Dutzende Bewerber, die vom Wächterrat als Kritiker des Mullahregimes eingestuft werden.

www.khamenei.ir

Konflikte / Wahlen / Iran
19.06.2009 · 22:31 Uhr
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