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Polizisten haben mulmiges Gefühl beim Castor-Einsatz

Atommüll-Transport nach GorlebenGroßansicht

Hannover (dpa) - Die Polizei geht alles andere als unbeschwert in den Einsatz zum bevorstehenden Transport von hoch radioaktivem Atommüll ins Zwischenlager Gorleben.

«Die Einsatzkräfte haben immer ein beklemmendes Gefühl dabei. Man weiß ja überhaupt nicht, wie die Strahlen wirken», sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Niedersachsen, Bernhard Witthaut, der Nachrichtenagentur dpa. Die Beamten sollten sich nicht allzu lange dicht an den Castor-Behältern aufhalten.

Rund 16 500 Einsatzkräfte der Landes- und Bundespolizei sollen den Castor-Transport sichern. Wenn Polizisten einen Abstand von fünfeinhalb Metern zu den Atommüll-Behältern unterschreiten, wird nach Angaben der Gesellschaft für Nuklear-Service die Aufenthaltszeit in diesem Bereich genau gemessen.

Der Einsatz im Wendland sei für die Polizisten körperlich sehr anstrengend, sagte Witthaut. Die Beamten müssten teils lange Schichten hinnehmen. Beim vergangenen Transport im Jahr 2008 seien einige Polizei-Einheiten nonstop sogar bis zu 38 Stunden im Einsatz gewesen. «Die Belastung ist sehr, sehr hoch, auch weil etliche Kollegen mit den Demonstranten einer Meinung sind», sagte GdP-Landesvorsitzender Witthaut.

Der 55-Jährige soll am 22. November in Berlin zum neuen Bundesvorsitzenden der GdP gewählt werden. Er will Konrad Freiberg an der Gewerkschaftsspitze ablösen.

Witthaut rief die Demonstranten im Wendland auf, friedlich zu bleiben. Die Marschrichtung der Polizei sei es auch, deeskalierend vorzugehen. Allerdings müssten die Einsatzkräfte ihren Auftrag erfüllen, den Atommüll-Transport sicher ins Zwischenlager zu bringen.

Atom / Transporte / Gorleben
05.11.2010 · 22:22 Uhr
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