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Polizist beschreibt aggressives Verhalten Jallohs

Andreas S.Großansicht

Magdeburg (dpa) - Im Prozess um den Feuertod des Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle hat ein Polizeibeamter am Freitag das aggressive Verhalten des 23-Jährigen beschrieben.

Der heute 48-Jährige hatte Jalloh vor sechs Jahren in Gewahrsam genommen, weil er Frauen belästigt haben soll. Bei der Festnahme und auch auf dem Revier habe sich Jalloh energisch gewehrt und um sich getreten. Im Polizeigebäude habe der Mann aus Sierra Leone mit dem Kopf gegen den Tisch und die Wand geschlagen. Deshalb sei Jalloh an Händen und Füßen auf einer Matratze gefesselt worden. Der 23-Jährige starb in der Polizeizelle bei einem Feuer, das er selbst entfacht haben soll.

Zuvor hatte der Polizist zusammen mit einem Kollegen Jallohs Kleidung auf Gegenstände durchsucht. Er fand nach eigenen Angaben ein Handy, eine Brieftasche und ein Taschentuch, aber kein Feuerzeug. Mit einem Feuerzeug soll Jalloh aber die Matratze angezündet haben. Fraglich ist, wie es in seine Zelle gelangte. Eine Putzfrau, die die Zelle kurz zuvor gereinigt hatte, sagte, sie habe nichts bemerkt.

In dem Prozess muss sich ein Polizist wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten. Er soll den Feueralarm mehrmals ignoriert und zu spät reagiert haben. Im ersten Prozess in Dessau-Roßlau war der am Freitag als Zeuge gehörte Beamte mitangeklagt gewesen. Sein Freispruch wurde rechtskräftig, im Gegensatz zu dem des nun in Magdeburg vor Gericht stehenden Mannes. Dessen Freispruch hatte der Bundesgerichtshof aufgehoben.

Prozesse / Ausländer
14.01.2011 · 14:18 Uhr
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