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Polizei verlangt Blockade-Ende in Bangkok

Demonstration in BangkokGroßansicht
Bangkok (dpa) - Nach drei Wochen Massenprotesten in Bangkok hat die Polizei den regierungskritischen Demonstranten am Samstag erstmals Schranken gesetzt: Sie forderte mehrere tausend Menschen noch am Abend zum Rückzug aus einem neu besetzten Nobelviertel auf.

Sie hätten damit Geschäfte zur Schließung gezwungen und eine Grenze überschritten, sagte ein Regierungssprecher. Die Demonstranten lehnten den Rückzug nach einem Gespräch mit der Polizei ab. «Die Regierung will uns abdrängen, aber wir müssen bereit sein, unseren Standort zu verteidigen», sagte einer der Anführer, Jatuporn Promphan. Er rechne mit einer Räumung am frühen Sonntag, sagte er.

Bis zu 50 000 Menschen waren am Samstag in das Viertel mit teuren Läden und Luxushotels um die Ratchaprasong-Straße gezogen und blockierten den Verkehr. Das Oppositionsbündnis UDD verlangt den Rücktritt von Regierungschef Abhisit Vejjajiva bis zum 12. April und hat dessen Angebot abgelehnt, Ende des Jahres Neuwahlen auszurufen. «Wenn Abhisit die falsche Entscheidung trifft, könnte alles noch schlimmer werden», warnte einer der Protestanführer, Weng Tojirakarn. «Es könnte zum Bürgerkrieg kommen.» Die meisten der Demonstranten sind Anhänger des 2006 gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra. Er feuerte sie am Samstag aus dem Exil an. Ihr Protest sei gut für Thailand, meinte er.

Die Demonstranten ließen sich in dem Viertel auf den Straßen nieder und kündigten eine Blockade bis zur Erfüllung ihrer Forderungen an. Nach Angaben des Finanzministeriums müssten Geschäfte und Restaurants mit 230 Millionen Euro Einnahmeverluste rechnen, wenn das Viertel eine Woche besetzt bliebe. Abhisit kündigte am Nachmittag erstmals eine härtere Gangart an. «Sie machen den Leuten in Bangkok das Leben schwer und schießen über das hinaus, was das Gesetz erlaubt», sagte er. «Wenn sie sich weigern zu gehen, drohen ihnen Anklage und ein Jahr Haft», sagte Regierungssprecher Panitan Wattanayakorn am Abend.

Die UDD protestiert seit drei Wochen mit zehntausenden Demonstranten in Bangkok. Sie bezeichnet den amtierenden Premier Abhisit als Marionette der einflussreichen Eliten, die vor Thaksins Amtsantritt die Regierungsgeschäfte jahrzehntelang unter sich ausgemacht haben. Sie selbst treten als Sprachrohr des kleinen Mannes auf. Thaksin hatte den armen Massen mit billiger Krankenversorgung und günstigen Krediten geholfen und sich so eine treue Wählerschaft geschaffen.

Konflikte / Thailand
03.04.2010 · 17:42 Uhr
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