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Polizei verhaftet im Jemen verletzte Terroristen

Jemenitische Soldaten sind im Norden des Landes auf Patrouille. (Archivbild)
Sanaa/Berlin (dpa) - Eine Spezialeinheit im Jemen hat in einem Krankenhaus drei mutmaßliche El-Kaida-Terroristen verhaftet, die während einer Razzia am vergangenen Montag entwischt waren.

Die Zeitung «26. September», die vom Verteidigungsministerium herausgegeben wird, meldete am Mittwoch auf ihrer Website, die Verdächtigen seien nach dem Gefecht mit den Angehörigen der Anti- Terror-Einheit im Bezirk Arhab verletzt in ein Krankenhaus der Stadt Raida (Provinz Amran) gebracht worden.

Den Angaben zufolge wurden auch vier Männer festgenommen, die sie zu dem Krankenhaus gebracht hatten. Dies sei eine Warnung an alle Jemeniten, hieß es. Wer den Terroristen «irgendeine Form der Hilfe» zukommen lasse, werde hart bestraft. Bei der Razzia am Montag hatten die Polizisten zwei mutmaßliche Terroristen getötet. Der Mann, dem die Durchsuchung eigentlich galt, der lokale El-Kaida-Kommandeur Mohammed al-Hanek, war ihnen jedoch entkommen.

Seit dem vereitelten Flugzeugattentat vom 1. Weihnachtstag, das im Jemen vorbereitet worden war, bemüht sich die Regierung in Sanaa Erfolge im Anti-Terror-Kampf vorzuweisen - auch weil sie unbedingt eine Intervention ausländischer Truppen abwenden will.

Das Auswärtige Amt in Berlin rät wegen der angespannten Sicherheitslage weiter von Reisen in den Jemen ab. Nach den jüngsten Terrordrohungen werde insbesondere vor Individualreisen über Land und vor Reisen in die «Regionen Marib und Saada einschließlich angrenzender Bezirke, Abijan, Al-Jawf, Schabwa und Hadramaut ausdrücklich gewarnt», teilte das Ministerium mit. In der EU werde inzwischen überlegt, wie die Lage im Jemen zu stabilisieren sei, etwa mit Geldern für die jemenitische Regierung, sagte der Sprecher.

Der ehemalige Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Jürgen Chrobog, der mit seiner Familie 2005 im Jemen entführt worden war, sagte der Wochenzeitung «Die Zeit», die westlichen Regierungen und vor allem die US-Regierung hätten den Aufstieg des Terrorismus in dem südarabischen Land verschlafen. Man hätte die jemenitische Regierung mit Entwicklungshilfe unterstützen sollen, bevor sie die Kontrolle über einzelne Regionen verloren habe.

Die US-Botschaft in Sanaa war am Dienstag nach zwei Tagen wieder geöffnet worden. Die französische Botschaft zog am Mittwoch nach. Die Aufforderung zu erhöhter Wachsamkeit an alle Franzosen im Jemen gelte aber weiterhin, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Mittwoch in Paris.

Terrorismus / El Kaida / Jemen
06.01.2010 · 15:13 Uhr
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