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Polizei hofft auf «Kommissar Zufall» im Mordfall Maria Bögerl

In Neresheim liegen Wattestäbchen für die DNA-Reihenuntersuchung bereit. Foto: Stefan PuchnerGroßansicht

Neresheim (dpa) - Seit mehr als dreieinhalb Jahren ist die Polizei auf der Suche nach den Mördern von Maria Bögerl. Die zweifache Mutter und Frau des ehemaligen Heidenheimer Sparkassenchefs Thomas Bögerl wurde am 12. Mai 2010 aus ihrem Haus entführt.

Eine Lösegeldübergabe scheiterte, die Leiche der 54-Jährigen wurde später in einem Wald entdeckt. Wer war es? Die Polizei hofft nun mittels einer DNA-Reihenuntersuchung die Täter zu finden.

Von Freitag bis Sonntag gaben mehr als 1300 Männer eine Probe in Neresheim ab, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Abend mitteilten. «Diese hohe Zahl an freiwilligen Teilnehmern hat bestätigt, dass die Bürgerinnen und Bürger in der Region an einer Aufklärung der schrecklichen Tat interessiert sind und dass sie Vertrauen in die Arbeit der Ermittler haben», hieß es. Insgesamt waren rund 3000 Männer zur einer Speichelprobe aufgerufen worden. Die Proben würden in den kommenden Wochen ausgewertet, kündigten die Behörden an.

Im Auto von Bögerl, mit dem die Täter nach der Entführung unterwegs waren, waren DNA-Spuren sichergestellt worden. Diese stammen von den Tätern, glaubt die Polizei. Erste Ergebnisse der DNA-Untersuchung soll es in einigen Wochen geben. Rund 60 000 Euro kostet der Massengentest. Rund 3000 Männer haben seit Juni 2010 bereits freiwillig Speichelproben abgegeben.

Im Visier hat die Polizei jetzt rund weitere 3000 Männer im Alter zwischen 21 Jahren und 68 Jahren. Sie haben im Zeitraum vom 1. Januar 2010 bis zum 25. Oktober 2013 der Stadt Neresheim (Ostalbkreis) oder den Stadtteilen Elchingen, Ohmenheim, Stetten, Kösingen, Dorfmerkingen und Schweindorf einschließlich der Teilgemeinden Hohlenstein, Dehlingen, Weilermerkingen, Dossingen, Hohenlohe und Mörtingen gewohnt und bislang keine Speichelprobe abgegeben.

Wer nicht an dem freiwilligen Test teilnimmt, bekommt Post von der Polizei, sagte ein Polizeisprecher. Ein zweiter Termin für die Entnahme einer Speichelprobe werde wahrscheinlich für Ende des Monats angesetzt. «Es gibt unterschiedliche Gründe, warum jemand nicht an der jetzigen Untersuchung teilnimmt», betonte der Polizeisprecher. Hinreichende Verdachtsmomente seien später ein Grund, jemanden nach vorheriger Richteranordnung auch zu einer Speichelabgabe zu zwingen.

Mehrfach wurde in dem Fall ein Massengentest in Erwägung gezogen. Anfang dieses Jahres gab das Amtsgericht Ellwangen dann grünes Licht für die Aktion. Die Polizei hat große Hoffnung, den Fall zu lösen. Erst Anfang Januar wurde die Sonderkommission «Flagge» von 12 auf 19 Beamte vergrößert.

Die unerklärliche Tat hatte für großes Aufsehen gesorgt: Kurz nachdem Bögerl entführt worden war, richtete die Familie in der ZDF-Fernsehsendung «Aktenzeichen XY ungelöst» in einer Videobotschaft einen verzweifelten Hilferuf an die Entführer. Vergeblich. Ein Jahr später erhängte sich Thomas Bögerl.

Kriminalität
16.02.2014 · 22:11 Uhr
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