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Polizei geht bei Suche nach Mirco in die Offensive

Polizisten suchen an einem Maisfeld in der Nähe von Grefrath nach dem vermissten Mirco.Großansicht

Grefrath (dpa) - Mit immer neuen offensiven Fahndungsmethoden will die Polizei den seit mehr als zwei Wochen verschwundenen Mirco finden. In einer ganzseitigen Zeitungsanzeige riefen die Ermittler die Bevölkerung zur Mithilfe bei der Suche nach dem Elfjährigen aus Grefrath auf.

In einem Anzeigenblatt, das im rheinischen Viersen und Umgebung an mehr als 100 000 Haushalte verteilt wird, sucht die «Soko Mirco» nach weiteren Zeugen. «Wahrscheinlich werden wir am Abend in diesem Fall insgesamt weit über 1700 Hinweise haben», sagte Polizeisprecher Willy Theveßen. Am Samstag war Mircos elfter Geburtstag.

Bereits am Freitag hatte die Polizei an dem Parkplatz, an dem eine Passantin die Jogginghose des Jungen gefunden hatte, einen beleuchteten Schaukasten mit Informationen und Fahndungsaufrufen aufgestellt. Dieser Platz habe sich zu einer «Pilgerstätte» entwickelt, an der die Menschen Blumen und Botschaften niederlegen oder Kerzen aufstellen.

«Wir wollen diese Menschen ermutigen, uns Hinweise jeglicher Art zu geben», sagte Theveßen. Wahrscheinlich werde demnächst auch ein Briefkasten neben dem Schaukasten aufgestellt. «Vielleicht kriegen wir so noch den ein oder anderen wichtigen Hinweis.» Durch die Analyse von Zeugenaussagen gewännen die Ermittler «stündlich neue Erkenntnisse». Die einzelnen Hinweise würden «wie Mosaiksteinchen» aneinandergesetzt. «Das ist jetzt eine Geduldsgeschichte.»

Hinweise auf einen möglichen Täter könnten auch fremde DNA-Spuren an den Kleidungsstücken des Jungen geben. «Erste Teilergebnisse liegen vor», sagte der Polizeisprecher. Diese müssten nun weiter ausgewertet werden. Die Spuren könnten schließlich auch von Verwandten oder Freunden des Jungen stammen.

Die Auswertung der Aufnahmen von zwei Aufklärungsjets der Luftwaffe mit speziellen Wärmebildkameras brachte die Ermittler bisher nicht voran. Seit zwei Wochen gibt es kein Lebenszeichen von dem Jungen. Die Suche konzentriert sich auf ein 130 Quadratkilometer großes Gebiet am Niederrhein. Am Freitag hatten zwei Tornado-Jets das Gebiet überflogen und Aufnahmen mit Wärmebildkameras gemacht. Die Auswertung ergab zunächst vier verdächtige Punkte. Jeder dieser «Hot Spots» sei unter die Lupe genommen worden, sagte Theveßen. Die Überprüfung brachte jedoch keine Erkenntnisse.

Kriminalität / Kinder
19.09.2010 · 16:27 Uhr
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