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Polizei fahndet nach Autobomber vom vom Times Square

Der verlassene New Yorker Times Square nach der Evakuierung.Großansicht
New York (dpa) - Nach dem fehlgeschlagenen Bombenattentat am New Yorker Times Square fahnden die Ermittler jetzt mit Hochdruck nach einem etwa 40 Jahre alten weißen Mann.

Die Polizei veröffentlichte ein Video des mutmaßlichen Autobombers und hofft, dem Unbekannten mit Hilfe der Bevölkerung auf die Spur zu kommen. Das Video wurde am Montag von allen größeren Fernsehstationen in den USA ausgestrahlt und war auch im Internet zu sehen. Es zeigt einen schlanken Mann mittlerer Größe, der mitten im Straßenverkehr sein Hemd auszieht, in eine Tasche steckt und dann in dem roten T-Shirt darunter weitergeht.

Das Video war von einer Überwachungskamera wenige hundert Meter vom Tatort aufgenommen worden. Der Mann hatte sich dabei sichtlich nervös immer wieder umgeschaut, als wolle er sicherstellen, dass ihn niemand beobachtet.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg äußerte sich am Montag im TV-Sender ABC zuversichtlich. Es bestehe «eine hohe Wahrscheinlichkeit», dass der Drahtzieher des fehlgeschlagenen Autobombenanschlags gefasst werde, sagte Bloomberg.

Von dem Mann im roten T-Shirt existiert nach Polizeiangaben möglicherweise auch eine Nahaufnahme, die ein Tourist auf dem Times Square aufgenommen hatte. Der Sender CNN berichtete, dass ein entsprechendes Video noch am Montag veröffentlicht werden könnte.

Nicht bewahrheitet haben sich nach Angaben von New Yorks Polizeichef Raymond Kelly hingegen erste Hinweise, dass eine internationale Terrororganisation hinter dem fehlgeschlagenen Anschlag stecken könnte. In einem Internet-Video vom Sonntag hatte sich eine pakistanische Talibangruppe dazu bekannt und ihn als Vergeltung für den Tod zweier Islamistenführer im April bezeichnet.

Diese Angaben wurden am Montag von der Gruppe, Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP), dementiert. Sie wüssten nichts von dem angeblichen Bekennervideo ihrer Gruppe, erklärte ihr Sprecher Azam Tariq. «Wir haben darüber keine Informationen. (...) Soweit ich weiß, hat niemand von unseren Leuten es ins Netz gestellt.» Auch der pakistanische Geheimdienst ISI bezweifelte, dass TTP über die Ressourcen verfüge, die für einen Anschlag in den USA notwendig wären. Ein ISI- Mitarbeiter sagte, die Gruppe sei wegen der Militäroperationen im Grenzgebiet zu Afghanistan unter großem Druck.

Auch das auf die Beobachtung terroristischer Aktivitäten spezialisierte IntelCenter in den USA meldete Bedenken an: Es sei sehr unwahrscheinlich, dass der Anschlag wirklich binnen so kurzer Zeit nach dem Tod der Islamistenführer habe geplant und umgesetzt werden können, hieß es.

Der Täter hatte am Samstagabend gegen 18.30 Uhr Ortszeit einen Geländewagen mit laufendem Motor am Times Square abgestellt und das Weite gesucht. Die Zündung der in dem Fahrzeug versteckten Bombe hatte er offensichtlich aktiviert, sie aber nicht zur Explosion gebracht. «Wir haben großes Glück, dass sie nicht in die Luft gegangen ist», sagte Kelly.

Es wird geschätzt, dass sich zehntausende Menschen auf dem mehrere Straßenzüge langen Platz inmitten im Theaterviertel von Manhattan aufhielten, als ein aufmerksamer Straßenverkäufer Qualm aus dem parkenden Auto dringen sah. Er alarmierte die Polizei. Bald darauf konnte ein Bombenteam den Sprengsatz entschärfen.

Er bestand laut Kelly aus Materialien, «die überall zu bekommen sind». Ein Behälter mit Feuerwerkskörpern sei an zwei Wecker angeschlossen gewesen. Eine der Uhren war auf Mitternacht gestellt. Der Behälter habe zwischen zwei Benzinkanistern mit zusammen etwa 19 Litern Treibstoff gestanden. Von ihnen führten Drähte zu drei Propangasflaschen und einem Waffenkasten. In dem Kasten waren mehrere Säcke mit einem nicht-explosiven Düngemittel. Dennoch hätte die Bombe einen «beträchtlichen Feuerball» erzeugen und Menschen töten können, sagte Kelly.

US-Präsident Barack Obama lobte die «schnelle und entschlossene» Reaktion in New York auf den Anschlagsversuch. Die US-Regierung werde alle nötigen Schritte unternehmen, um die Bevölkerung zu schützen, das Verbrechen aufzuklären und dafür zu sorgen, «dass der Gerechtigkeit Genüge getan wird», sagte Obama während eines Besuchs in der Ölpest-Region am Golf von Mexiko.

Terrorismus / Notfälle / USA
03.05.2010 · 18:01 Uhr
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