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Politologe: Im Irak wird es «ruppig und rau»

Berlin (dpa) - Der US-Truppenabzug aus dem Irak wird nach Einschätzung des Politologen Volker Perthes nicht unmittelbar zu einer ruhigeren Lage in dem Land führen. «Ich glaube, es wird jetzt viele Kräfte - politische Kräfte, auch terroristische Kräfte - geben, die versuchen, ihre Stärke zu zeigen.»

Das sagte der Direktor der Stiftung Politik und Wissenschaft am Donnerstag im Radio MDR Info. Es sei anzunehmen, dass die irakischen Sicherheitskräfte im Zweifelsfall sehr viel brutaler gegen Terroristen oder Regierungsgegner vorgehen würden, «als die Amerikaner sich das jedenfalls in den letzten Jahren getraut hätten». In den nächsten Monaten werde es sicherlich «ruppig und rau».

Entscheidend für die weitere Entwicklung des Landes seien stabile politische Verhältnisse. «Dieses Land hat eine Chance auf Zukunft», sagte Perthes. So sei der Irak reich an Bodenschätzen. Bei stabilen Regierungsverhältnissen könne der Irak in der arabischen Welt eine Rolle über die eigenen Landesgrenzen hinaus spielen. Gebe es aber keinen politischen Konsens, stelle der Irak ein Vakuum dar, auf dem sich dann andere Kräfte wie der Iran oder Saudi-Arabien tummeln könnten.

Konflikte / Irak
19.08.2010 · 21:18 Uhr
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