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Politiker verärgert über Hitzechaos bei der Bahn

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU): «Ich erwarte von der Deutschen Bahn, dass die Züge bei minus 40 Grad genauso zuverlässig fahren wie bei plus 40 Grad.» (Archivbild)Großansicht
Berlin (dpa) - In der Bundesregierung wächst der Ärger über das Hitzechaos bei der Deutschen Bahn. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte am Montag in Berlin: «Ich erwarte von der Deutschen Bahn, dass die Züge bei minus 40 Grad genauso zuverlässig fahren wie bei plus 40 Grad.»

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) forderte sofortige Abhilfe. Auch der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Patrick Döring, rief die Bahn zu Korrekturen auf.

Ramsauer warnte zugleich vor einer Dramatisierung der Situation: «Bei allem Ärger und Verständnis für die Betroffenen darf man die Mängel allerdings nicht zu einer nationalen Tragödie hoch stilisieren.» Reisen müsse aber komfortabel sein und dürfe nicht zum Gesundheitsrisiko werden, sagte der Minister. Die Ursachen der aktuellen Vorfälle müssten gründlich untersucht und beseitigt werden.

Aigner sprach in der «Bild»-Zeitung (Dienstagsausgabe) von Hinweisen, dass mehr Züge von dem Hitzechaos betroffen gewesen seien als bisher berichtet. Sie erwarte, dass sämtliche Züge umgehend auf ihre Funktionsbereitschaft überprüft würden. Es sei ein ernster Vorgang, wenn einzelne Fahrgäste sogar gesundheitliche Beeinträchtigungen erlitten. Die Bahn müsse den Ursachen umgehend auf den Grund gehen und die technischen Probleme abstellen. Es müsse alles getan werden, «damit die Züge für die Menschen sicher sind».

Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Patrick Döring, rief die Bahn in der «Rheinischen Post« zu Kulanz bei der Entschädigung von Reisenden auf. Zugleich forderte er eine lückenlose Überprüfung der Wartungshistorie der Züge: «Es kann nicht sein, dass der mitteleuropäische Winter zu kalt für die Bahn war und der mitteleuropäische Sommer zu heiß ist.» In der «Leipziger Volkszeitung» warnte Döring vor Einsparungen an der falschen Stelle. Jeder Euro, der bei Sicherheit und Komfort gespart werde, koste das Unternehmen hinterher doppelt und dreifach.

Die verkehrspolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion, Sabine Leidig, warf der Bahn fahrlässige Körperverletzung vor: «Es geht bei der Deutschen Bahn um mangelhafte Wartung, zu preiswert eingekaufte Technik, oft auch um veraltetes Wagenmaterial.»

Am Wochenende wurden mindestens drei überhitzte ICE wegen defekter Klimaanlagen gestoppt. In einem ICE soll es Augenzeugen zufolge zwischen 40 und 50 Grad heiß gewesen sein. Mehrere Schüler brachen zusammen. Die Bundespolizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung. Auch am Montag gab es Berichte über Hitzeprobleme in Fern- und Nahverkehrszügen der Deutschen Bahn.

Wetter / Hitze / Bahn / Reaktionen
12.07.2010 · 21:46 Uhr
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