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Politik und Fußball: Wulff auf erster Auslandreise in Frankreich

Bundespräsident Wulff in StraßburgGroßansicht
Straßburg/Paris (dpa) - Mit einem Besuch im sommerlich heißen Paris hat Bundespräsident Christian Wulff am Mittwoch den ersten Tag seiner ersten Auslandsreise beendet.

Wulff wurde am späten Nachmittag im Élyséepalast vom französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy empfangen. Anschließend wollte er in der Residenz des deutschen Botschafters das WM-Halbfinale Deutschland gegen Spanien sehen.

«Ich gehe mit einem sehr guten Gefühl, weil es eine bewusste Entscheidung war, den ersten Auslandsbesuch in Frankreich zu machen», sagte Wulff nach seinem etwa 45-minütigen Treffen mit Sarkozy. Er hoffe, dass verstanden worden sei, dass ihm Frankreich sehr wichtig ist und dass ihm die deutsch-französischen Beziehungen am Herzen liegen.

«Deutschland und Frankreich sind zwei zentrale Länder in der Europäischen Union», fügte Wulff hinzu. «Wenn die zusammenstehen, wenn die sich einig sind - über die Neuordnung der Finanzmärkte, über Weltklimapolitik, über die Verbesserung der Institutionen Europas - dann kommt es in der Regel voran.» Dies erwarteten auch andere kleinere und mittelgroße Länder.

Bei der ersten Station der Reise hatte Wulff am Vormittag das Europaparlament in Straßburg besucht und das europäische Engagement Deutschlands unterstrichen. Er habe bewusst als erstes Reiseziel das Parlament in Straßburg ausgesucht, «um ein Zeichen zu setzen», sagte Wulff nach einem Treffen mit dem Präsidenten des Europaparlaments, Jerzy Buzek. «Die pro-europäische Politik Deutschlands werde ich nach Kräften als Präsident der Bundesrepublik Deutschland unterstützen.» Die europäische Integration müsse fortgesetzt werden.

Der 51-Jährige betonte, dass das Zusammenwirken der europäischen Nationen mit einem verlässlichen Mitgliedsland Deutschland «von überragender Bedeutung» sei. «Weil wir Deutschen darauf angewiesen sind, dass in einer unruhigen Welt die europäische Gemeinschaft einen wirklichen Stabilitätsanker darstellt.»

Zum Fußballspiel Deutschland-Spanien sagte Wulff in Paris: «Wenn ich ganz ehrlich bin, kommt es mir heute Abend vor allem aufs Ergebnis an. Also ich könnte ertragen, wenn das Spiel mittelmäßig wäre, aber Deutschland gewinnt. (...) Ich glaube, so denken jetzt alle Deutschen.» Sarkozy trat im Gegensatz zum Bundespräsidenten nicht vor die Presse.

Wie Wulff hatte auch auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre erste Reise nach Amtsantritt nach Frankreich unternommen. Wulff wollte seine Reise an diesem Donnerstag fortsetzen. In Brüssel sollte er unter anderem EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, NATO- Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso treffen.

EU / International / Frankreich / Deutschland
07.07.2010 · 19:13 Uhr
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