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Polens Präsident will Kreuzstreit entschärfen

HolzkreuzGroßansicht

Warschau (dpa) - Polens Präsident Bronislaw Komorowski will den Streit um das Kreuz zum Gedenken an seinen bei einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückten Vorgänger Lech Kaczynski entschärfen.

Er ließ am Donnerstag an einem Seitenflügel des Präsidentenpalastes eine Gedenktafel für Kaczynski und die anderen Opfer der Flugkatastrophe enthüllen. Der Chef des Präsidialamtes, Jacek Michalowski, sprach von einem «Symbol des Gedenkens und der Trauer» und einem «Schritt nach vorn». Der Konflikt um das Gedenkkreuz dauere schon «zu lange».

Mehrere Dutzend Menschen protestierten gegen das Vorgehen der Behörden. Sie riefen «Schämt Euch» und «Schande». Sie würden so lange ausharren, bis vor dem Präsidentenpalast ein Denkmal für Lech Kaczynski entstehe, sagte ein Demonstrant dem TV-Sender TVPInfo. Er warf der Staatsmacht vor, die Menschen vor der Entscheidung nicht befragt zu haben. Aus Angst vor Protesten machte das Präsidialamt sein Vorhaben erst kurz vor der Enthüllung bekannt. Die katholischen Verteidiger des Holzkreuzes, die Tag und Nacht Wache halten, hatten vor neun Tagen eine Verlegung in eine Kirche verhindert. In den vergangenen Tagen kam es vor dem Palast zu heftigen Pro- und Gegendemonstrationen.

Bei einem Flugzeugabsturz waren am 10. April der damalige polnische Präsident Lech Kaczynski, dessen Frau Maria und 94 andere prominente Politiker, Militärs und Geistliche gestorben. Kurz nach dem Unglück stellten Pfadfinder vor dem Präsidentenpalast das hölzerne Kreuz zum Zeichen der Trauer auf. Anhänger des national- konservativen Oppositionsführers, Jaroslaw Kaczynski, nutzten den Ort für Kampagnen gegen seinen liberalen Rivalen Komorowski.

Proteste / Religion / Präsident / Polen
12.08.2010 · 13:42 Uhr
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