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Polen streitet über Beisetzungsort für Präsidenten Kaczynski

Warschau (dts) - Nach dem Tod des Präsidenten Lech Kaczynski am Samstag ist in Polen ein Streit um den Begräbnisort des Staatschefs ausgebrochen. Anstoß dafür ist das Vorhaben des Kardinals Stanislaw Dziwisz, wonach Kaczynski und seine Frau Maria in der Wawel-Kathedrale in Krakau beigesetzt werden sollen. Die Kathedrale ist der traditionelle Bestattungsort polnischer Könige und Nationalhelden. Zu Zeiten der Monarchie war die Wawel-Burg, zu der auch ein Schloss gehört, Sitz der Könige Polens. "Die Entscheidung, ihn auf dem Wawel zu begraben, ist hastig und emotional", schrieb gestern die polnische Tageszeitung "Gazeta Wyborcza". Kaczynski neben den wichtigsten politischen und historischen Größen des Landes zu beerdigen sei unangemessen, hieß es weiter. Bereits am Dienstagabend waren Hunderte auf die Krakauer Straßen gegangen, um gegen die Begräbnispläne zu protestieren. Auch im Internet formiert sich der Widerstand, die Protestgruppe "Nein zur Beisetzung Kaczynskis auf dem Wawel" auf dem Onlinenetzwerk Facebook verzeichnet mehr als 30.000 Mitglieder. Die Beisetzung Kaczynskis und seiner Frau in der Wawel-Kathedrale soll am Sonntag unter Beteiligung zahlreicher Staats- und Regierungschefs stattfinden. Neben US-Präsident Barack Obama werden auch Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet.
Polen / Weltpolitik / Proteste
15.04.2010 · 10:00 Uhr
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