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Polen: Streit um Gedenktafel für deutsche Opfer

«Wilhelm Gustloff»Großansicht
Warschau (dpa) - Eine Gedenktafel für deutsche Kriegsopfer sorgt in der polnischen Hafenstadt Gdynia (Gdingen) für Aufregung.

Zwei Parlamentarier der nationalkonservativen Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hätten gegen die Würdigung der deutschen Flüchtlinge in einer Gdingener Kirche protestiert, berichtete die polnische Zeitung «Gazeta Wyborcza» am Donnerstag.

Die zweisprachige Tafel zum Gedenken an rund 20 000 Opfer der versenkten Schiffe «Wilhelm Gustloff» «Goya» und «Steuben» war am vergangenen Samstag enthüllt worden. Gottesdienste für deutsche Opfer soll es dort - ohne Proteste - bereits seit mehr als zehn Jahren gegeben haben.

Die meisten der deutschen Zivilopfer seien Menschen gewesen, die vorher polnische Einwohner aus Gdynia vertrieben und ihr Eigentum übernommen hätten, schrieben die beiden Politiker, Zbigniew Kozak und Andrzej Jaworski, an die Kirche. Sie forderten eine Beseitigung der umstrittenen Gedenktafel.

Die «Wilhelm Gustloff» war am 30. Januar 1945 kurz nach dem Verlassen des Hafens von Gdynia von einem sowjetischen U-Boot versenkt worden. Mehr als 9 000 Menschen - zumeist Frauen, Kinder und verwundete Soldaten - hatten dabei ihr Leben verloren. Auch die beiden anderen Schiffe gingen in der Ostsee mit Tausenden von Flüchtlingen unter.

In einer Stellungnahme im Internet schrieb Kozak, wenn die Flüchtlinge nach Deutschland zurückgekehrt wären, hätten sie weiter um die Erhaltung der Macht der Faschisten gekämpft. Eine Folge wären Tausende weiterer Opfer - an der Front und in den Konzentrationslagern - gewesen. Ein Sprecher der PiS-Fraktion distanzierte sich inzwischen von der Protestaktion.

Geschichte / Polen / Deutschland
04.02.2010 · 13:06 Uhr
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