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Polen kämpft gegen die Flut

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Hamburg/Warschau (dpa) - Das Hochwasser in Mitteleuropa hat tausende Menschen vor allem in Polen in tiefe Verzweiflung gestürzt. Die Zahl der Toten stieg am Mittwoch auf mindestens acht. Der Süden Polens war vom höchsten Hochwasser seit 40 Jahren betroffen.

Die Wassermassen bedrohten auch die KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Sollte die Regierung in Warschau den Notstand für die betroffenen Gebiete ausrufen, müsste die für den 20. Juni geplante Präsidentenwahl auf den Herbst verschoben werden.

Brandenburg bereitete sich für diesen Freitag auf eine kleine Welle des Oder-Hochwassers vor. Das Hochwassermeldezentrum in Frankfurt (Oder) geht von einer etwa sechs Meter hohen Flut aus. Beim Jahrhunderthochwasser im Sommer 1997 lag der Oder-Pegel bei 6,57 Metern.

Polen hatte in der Nacht zum Mittwoch mit dem höchsten Stand der Weichsel seit 40 Jahren zu kämpfen. Der Fluss war auf 9,57 Meter angestiegen. Ein Damm in der historischen Stadt Krakau hielt dem enormen Druck nicht stand und brach, wie die Nachrichtenagentur PAP berichtete. Mehrere hundert Menschen mussten unter teils dramatischen Umständen aus ihren Häusern flüchten, aus einem Hotel wurden ausländische Touristen in Sicherheit gebracht.

«Das ist eine Katastrophe», sagte Polens Innenminister Jerzy Miller, der das Krisengebiet besucht hatte. Hochwasseralarm gilt in Dutzenden Gemeinden Südpolens. Die Flutwelle auf der Weichsel verlagere sich nun nach Norden Richtung Warschau. Allein in Polen sind wegen des Hochwassers bereits sechs Menschen ums Leben gekommen, zwei wurden am Mittwoch noch vermisst.

Um die vom Hochwasser bedrohte KZ-Gedenkstätte Auschwitz vor der Flut zu schützen, befestigten hunderte Helfer und Mitarbeiter einen Schutzwall, berichtete PAP. Aus dem Gebäude, in dem einst die Häftlinge nach ihrer Ankunft registriert worden waren, musste die dort ausgestellte Sammlung in Sicherheit gebracht werden. Die Gedenkstätte war bereits am Montag für Besucher geschlossen worden.

In der Ungarn, der Slowakei und in Tschechien können die Menschen dagegen aufatmen. Dort waren in den vergangenen Tagen zwei Menschen ertrunken. Der Hochwasseralarm wurde in mehreren tschechischen Orten bereits aufgehoben. Der Pegelstand in vielen mährischen Flüssen fiel erstmals seit Sonntag. Entlang der Oder und ihrer Zuflüsse im nordöstlichen Landesteil wurde lediglich an der Grenze zu Polen über kritische Situationen berichtet.

Auch in der Slowakei konnten die Bewohner der Hochwasser-Gebiete in ihre Häuser zurückkehren. Der Fluss Ondava hatte in den vergangenen Tagen zwischen den Bezirksstädten Michalovce und Trebisov an mehreren Stellen Dämme durchbrochen und Häuser, Straßen und Felder überflutet. Nun sind tausende Soldaten im Einsatz, um der Feuerwehr bei den Rettungs- und Aufräumarbeiten zu helfen.

Einige EU-Länder, darunter auch Deutschland, haben dem vom Hochwasser geplagten Polen inzwischen ihre Hilfe angeboten. Warschau habe darum gebeten, sagte EU-Kommissionssprecher Ferran Tarradellas in Brüssel. Deutschland habe dem Nachbarland zunächst fünf besonders leistungsfähige Hochwasserpumpen angeboten, Frankreich ebenfalls. Die Pumpen seien bereits auf dem Weg nach Polen.

Brandenburg / Hochwasser
19.05.2010 · 21:30 Uhr
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