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Platzeck: Vom PDS-Gegner zum Rot-Rot-Befürworter

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Potsdam (dpa) - Lange Zeit galt Matthias Platzeck als entschlossener Gegner der PDS, jetzt will der SPD-Politiker deren Nachfolgepartei Die Linke an den Kabinettstisch holen.

Noch 1998 setzte sich der als besonnen, aber auch machtbewusst geltende Sozialdemokrat im Rennen um das Amt des Potsdamer Oberbürgermeisters gegen eine PDS-Mitbewerberin durch. Ein Jahr später verhinderte er gegen den Willen seiner Parteigenossin Regine Hildebrandt eine Koalition mit der SED-Nachfolgepartei und stellte 1999 die Weichen für eine rot-schwarze Regierung mit der CDU, die zehn Jahre hielt.

Der 55 Jahre alte Platzeck ist mit Abstand Brandenburgs populärster und bekanntester Politiker. Für die Sozialdemokraten ist der kurzzeitige SPD-Bundesvorsitzende auch in Zeiten schlechter Wahlergebnisse ein Erfolgsgarant: Am 27. September stürzte zwar die Bundespartei ab, Platzeck und seine Landes-SPD hingegen wurden im Landtag bei leichten Stimmengewinnen - sie erhielten 33 Prozent - erneut stärkste Kraft.

Zu DDR-Zeiten arbeitete der Diplom-Ingenieur auf dem Gebiet der Lufthygiene. Die Umweltverschmutzung trieb ihn zu politischem Engagement - auch gegen den herrschenden Staat. Für die DDR-Grünen saß er in der ersten frei gewählten Volkskammer, später wurde der Bündnis 90-Politiker Umweltminister im Kabinett von Manfred Stolpe. Erst 1995 trat er der SPD bei, nachdem er die Fusion von Bündnis 90 mit den westdeutschen Grünen abgelehnt hatte. Platzeck folgte Stolpe nach dessen Rücktritt 2002 als Brandenburger Regierungschef. Platzeck ist zum zweiten Mal verheiratet und hat drei Töchter aus erster Ehe.

Koalition / Brandenburg
12.10.2009 · 21:03 Uhr
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