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Plagiatsaffäre: Helmut Schmidt wirft Guttenberg unüberlegtes Handeln vor

Berlin (dts) - Nach Überzeugung des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt hat der zurückgetretene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bei der Plagiatsaffäre nicht überlegt gehandelt. "Ich glaube, dass er sich nach Bekanntwerden des Plagiats sehr ungeschickt verhalten hat. Es war gewiss nicht klug, zunächst nur Fehler einzuräumen und erst ein paar Tage später auf den Doktortitel zu verzichten", sagte Schmidt dem "Zeit"-Magazin.

"Wir haben da einen unvermeidlichen Rücktritt schrittweise erlebt", so Schmidt, der auch Herausgeber der "Zeit" ist. Darauf angesprochen, dass er zu Guttenberg neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dem SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und dem früheren Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) vor nicht allzu langer Zeit noch als kanzlertauglich bezeichnet hatte, meinte Schmidt: "Ja, wenn er ein paar Jahre in seinem Amt durchgestanden hätte. Er ist ganz zweifellos ein hochbegabter Mann." Dennoch: "Als Verteidigungsminister hat er allzu leichtfertig Dinge entschieden, die er nicht durchdacht hatte." Politiker sollten nach Ansicht des ehemaligen Bundeskanzlers einen Beruf ausgeübt haben, in den sie zurückkehren können. "Jemand, der in die Politik geht, ohne einen Beruf zu haben, kann mir gestohlen bleiben. Ich kenne leider mehr als genug von denen", so Schmidt. Schmidt selbst ist Volkswirt und war Amtsleiter in Hamburg vor dem Wechsel in die Politik.
DEU / Parteien
19.04.2011 · 11:07 Uhr
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