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Pisa-Fragen: Warum putzt man Zähne?

Berlin (dpa) - Die Lese- und Verständniskompetenz 15-jähriger Schüler stand diesmal im Mittelpunkt der Pisa-Studie - zehn Jahre nach dem Schock der ersten Untersuchung.

Es lassen sich leichte Verbesserungen feststellen, doch ein echter Fortschritt sieht anders aus. Dabei mögen sich manche Eltern fragen: Was ist hier nicht zu verstehen?

Britische Forscher haben die «perfekte Art des Zähneputzens gefunden»: Zwei Minuten, nicht zu stark drücken, kreisende Bewegung. - Frage: Wovon handelt dieser Artikel? A. Von der besten Art, seine Zähne zu putzen. B. Von der besten Zahnbürste, die zu benutzen ist. C. Von der Wichtigkeit guter Zähne. D. Von den unterschiedlichen Arten, wie Leute ihre Zähne putzen. (Lösung: A)

Ein Inder hat mit seinem Heißluftballon mit 21 000 Metern den Höhenrekord gebrochen. Auf einem Bild sind ein Modell des indischen Rekord-Ballons und ein um ein Vielfaches kleinerer «normaler Heißluftballon» zu sehen. - Frage: Warum zeigt das Bild zwei Heißluftballons? A. Um die Größe des Rekordballons zu vergleichen, bevor und nachdem er gefüllt wurde. B. Um dessen Größe mit anderen Ballons zu vergleichen. C. Um zu zeigen, dass der Rekordballon vom Boden aus gesehen klein erscheint. D. Um zu zeigen, dass der Rekordballon fast mit einem anderen zusammengestoßen wäre. (Lösung: B)

Informationen zum Blutspenden: Ein Mann kann fünfmal pro Jahr Blut spenden, eine Frau dreimal. Spenderinnen und Spender müssen zwischen 18 und 65 Jahre alt sein. Zwischen den Blutspenden muss jeweils ein Zeitraum von 8 Wochen liegen. Eine achtzehnjährige Frau, die in den letzten zwölf Monaten zweimal Blut gespendet hat, möchte wieder Blut spenden. Unter welcher Bedingung wird ihr das Blutspenden wieder erlaubt? (Richtig: Acht Wochen müssen seit der letzten Blutspende vergangen sein)

Schwieriger wird es dann mit dem Lesen und Interpretieren von Theaterstücken, insbesondere wenn der Autor Ferenc Molnár heißt und gerne zwischen Fiktion und Wirklichkeit hin- und herspringt. Frage: Was taten die Figuren im Stück gerade, bevor der Vorhang aufging? - Nein, die Figuren schminkten sich nicht in der Garderobe, das taten vielleicht die Schauspieler. Die Figuren, das erfährt man aus dem Stück, hatten «ein ausgezeichnetes Essen zu sich genommen und zwei Flaschen Champagner». Die volle Punktzahl gab es, wenn in der Antwort Essen und/oder Trinken auftauchte.

Lesen kann jeder, mögen sich manche Eltern sagen. Bei Mathematik sieht das schon anders aus. Ungern erinnert sich der eine oder andere Vater daran, dass ihm der Sohn oder die Tochter den Dreisatz vorrechnete. Zehn Jahre nach dem ersten Pisa-Schock haben die Kinder hier bessere Antworten parat auf Fragen wie:

Mei-Ling aus Singapur wollte für 3 Monate als Austauschstudentin nach Südafrika gehen. Sie musste einige Singapur Dollar (SGD) in Südafrikanische Rand (ZAR) wechseln. Während dieser 3 Monate hat sich der Wechselkurs von 4,2 auf 4,0 ZAR pro SGD geändert. War es zum Vorteil von Mei-Ling, dass der Wechselkurs bei ihrer Rückkehr 4,0 ZAR statt 4,2 ZAR betrug, als sie ihre Südafrikanische Rand in Singapur Dollar wechselte? Erkläre Deine Antwort!

Ja, meinten 40,5 Prozent der getesteten Schüler und gaben damit nicht nur die richtige Antwort, sondern auch eine hinreichende Begründung. Eine Begründung könnte sein: Der Rand ist gegenüber dem Singapur Dollar stärker geworden, von diesem Wertzuwachs profitiert Mei-Ling bei einem Rückumtausch.

Oder: Eine Treppe ist 252 cm hoch und hat 14 Stufen. Wie hoch ist eine Stufe? - 78,3 Prozent ließen sich von der Abbildung der Treppe nicht täuschen und gaben die richtige Antwort: 18 Zentimeter.

Bildung / Schule / Pisa
07.12.2010 · 20:52 Uhr
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