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Philippinen-Massaker: Verdächtiger in Haft

Nach dem grausamen Massaker auf den Philippinen hat sich ein Verdächtiger gestellt.
Manila (dpa) - Drei Tage nach dem Massaker mit 57 Toten im Süden der Philippinen ist der Spross einer einflussreichen Politikerfamilie unter Mordverdacht festgenommen worden.

Die Entscheidung über eine formelle Mordanklage gegen Bürgermeister Datu Andal Ampatuan Junior falle bis Freitag, sagte Justizministerin Agnes Devenadera. Andal junior soll am Montag mit einer Truppe von 100 Bewaffneten den Autokonvoi eines politischen Rivalen überfallen haben. Dutzende Menschen wurden verschleppt. Sechs wurden geköpft und weitere 51 erschossen. Unter den Toten waren 27 Journalisten, die den Konvoi auf brisanter Mission begleitet hatten.

«Die Vorwürfe sind grundlos, nichts ist wahr. Mein Gewissen ist rein», sagte Andal, als er in Begleitung eines Präsidentenberaters am Flughafen von General Santos City 1000 Kilometer südlich der Hauptstadt ankam. Er hatte sich zuvor nicht der Polizei, sondern dem Gesandten der Präsidentin gestellt.

Andal ist Bürgermeister von Shariff Aguak. Sein Vater, Andal senior, ist Gouverneur der Provinz Maguindanao, und sein Bruder Zaldy ist Gouverneur der größeren Autonomen Region von Muslimisch-Mindanao. Die Familie ist eng mit Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo verbündet. Andal wurde mit einem Privatjet nach Manila geflogen und in Untersuchungshaft genommen. 

Die Regierung wehrte sich gegen Vorwürfe, sie gewähre dem Sohn des mächtigen Ampatuan-Clans eine Sonderbehandlung. «Es hätten viel mehr Ampatuans festgenommen werden müssen», sagte Madasser Mangudadatu, einer der Angehörigen der Opfer. Innenminister Ronaldo Puno plant die Suspendierung mehrerer Provinzpolitiker, um eine mögliche Verwicklung in das Blutbad zu untersuchen, darunter auch die des Gouverneurs der Provinz, Andal Apatuan Senior. Vier Provinzpolizisten waren bereits festgenommen worden. «Die Regierung wird unerbittlich sein und alle vor Gericht bringen, die für das schreckliche Massaker verantwortlich sind», versicherte Präsidentensprecher Cerge Remonde.

Regierungstruppen hatten am Morgen das Regierungsgebäude der Provinzregierung und die Bürgermeisterämter in Shariff Aguak und dem Ort Ampatuan eingenommen. Mehr als 300 Milizionäre, die die Ampatuan-Familie in der Region unterhielt, wurden entwaffnet.

Andal Junior war nach Angaben von Augenzeugen bei dem Überfall auf den Konvoi der rivalisierenden Mangudadatus persönlich dabei. Die Familie wollte die Kandidatur eines ihrer Angehörigen für das Gouverneursamt anmelden, das Andal senior innehat. Er darf im Mai nächsten Jahres nicht mehr kandidieren. Andal junior wollte das Amt von seinem Vater übernehmen. Die Ampatuan-Familie soll die Mangudadatus unter Morddrohungen vor der Kandidatur gewarnt haben.

Konflikte / Philippinen
26.11.2009 · 14:42 Uhr
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