Gratis Duschgel
 
News
 

Philipp Rösler: Flexibel und durchsetzungsstark

Gesundheitsminister Rösler: «Bambus biegt sich im Sturm, aber er bricht nicht.»Großansicht
Berlin (dpa) - Von Niederlage wollte Philipp Rösler absolut nichts wissen. Es sei alles erreicht worden, was er sich vorgenommen habe. Alle, die über ihm schon den Daumen gesenkt hätten, hätten sich geirrt.

«Ich habe die Abgesänge gelesen. Das muss alles neu geschrieben werden», sagte ein selbstbewusster Bundesgesundheitsminister am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Kurz zuvor hatten sich die Spitzen der Koalition im Kanzleramt zu einer Gesundheitsreform zusammengerauft - quasi fünf Minuten vor zwölf.

Rösler hatte im monatelangen Tauziehen mit der CSU immer darauf gesetzt, dass sich die «guten Argumente» - seine Argumente - durchsetzen. Betrachtet man das Ergebnis vom Dienstag, kann der 37-Jährige zufrieden sein. Die von ihm angestrebte einkommensunabhängige Gesundheitsprämie - oder wie die Kritiker sagen: Kopfpauschale - kommt jetzt einfach unter anderer Bezeichnung daher: als «Zusatzbeitrag».

Dabei stand sein Projekt von Anfang an unter keinem guten Stern. Gegenwind bekam Rösler nicht nur von der Opposition. Auch aus der Koalition machten heftige Querschüsse dem Gesundheitsminister das Leben schwer. Vor und hinter den Kulissen zog CSU-Chef Horst Seehofer die Fäden gegen die ungeliebte «Kopfpauschale». Auch den Arbeitgeberbeitrag erklärten die Christsozialen - zunächst - für unantastbar.

Doch Rösler konnte sich durchsetzen. Dass die Wirtschaft zwei bis drei Milliarden beisteuern muss, um das drohende Rekorddefizit bei den Krankenkassen abzuwenden, kann er auf sein Konto verbuchen: «Es ist das, was wir immer gefordert haben: Dass alle beteiligt werden.» Und noch was: «Der langfristige Umbau (der Kassenfinanzierung) ist damit eingeleitet.» Tatsächlich müssen sich die Kassenmitglieder darauf einstellen, dass langfristig sie es sind, die die Zeche steigender Gesundheitskosten bezahlen müssen. Da wird Röslers FDP-Handschrift deutlich.

Die Unterstützung der Kanzlerin und von FDP-Chef Guido Westerwelle für den jugendlichen Gesundheitsminister in Nöten fiel in den letzten Monaten eher schwach aus. Doch der gelernte Mediziner ließ sich nicht unterkriegen: Von Rücktritt wollte er nie etwas wissen. Er selbst hatte sein politisches Schicksal an eine gelungene Reform geknüpft. Die sieht er nun erreicht. Alle in der Koalition könnten zufrieden sein, meint er.

Rösler hat in den für ihn schwierigen Monaten Stehvermögen und Flexibilität bewiesen. Wenn der Widerstand aus der CSU gegen seine Vorschläge gar zu heftig wurde, rückte er kurzerhand davon ab. Und startete einen neuen Anlauf. Sein Motto war dabei: «Bambus wiegt sich im Wind, biegt sich im Sturm, aber er bricht nicht.»

Gesundheit / Reformen
06.07.2010 · 22:03 Uhr
[3 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
Es liegen momentan keine neuen Nachrichten vor.
 

News-Suche

 

News-Archiv

 
Diese Woche
19.10.2017(Heute)
18.10.2017(Gestern)
17.10.2017(Di)
16.10.2017(Mo)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen