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Pfusch-Verdacht: Bahn fordert schnelle Aufklärung

Bilfinger-Berger-Zentrale in MannheimGroßansicht
Berlin/München/Nürnberg (dpa) - Nach dem Pfusch-Verdacht beim Bau der ICE-Strecke München-Nürnberg fordert die Deutsche Bahn (DB) die betroffene Firma zur schnellen Aufklärung der Vorwürfe auf.

Das Unternehmen Bilfinger Berger müsse sofort alle Informationen offenlegen, die eine Überprüfung konkreter Bauwerke ermöglichen, teilte DB-Infrastrukturvorstand Volker Kefer am Montag in Berlin mit. Nach den Manipulationen beim Kölner-U-Bahn-Bau gibt es auch Hinweise auf gefälschte Bauprotokolle an der ICE-Strecke. So sollen Befestigungsanker nicht oder falsch eingebaut worden sein.

Die Bahn hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe in einer internen Prüfung die ihr vorliegenden Informationen untersucht. Daraus hätten sich aber keine Erkenntnisse über Unregelmäßigkeiten an Bauwerken, die durch Bilfinger Berger errichtet wurden, ergeben. Die Bahn hatte erst am Freitag aus Medienberichten erfahren, dass Bilfinger Berger Manipulationsvorwürfen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke nachgeht. «Davon wussten wir nichts», sagte ein DB-Sprecher.

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth leitete Vorermittlungen ein. «Es wird abgeklärt, ob Anhaltspunkte für Straftaten bestehen», sagte Justizsprecher Thomas Koch. Die Staatsanwaltschaft war aufgrund von entsprechenden Medienberichten von sich aus tätig geworden. Man wolle sich nun mit anderen Staatsanwaltschaften in Verbindung setzen und nachfragen, was dort an Informationen vorliege, sagte Koch. Falls sich die Vorwürfe bestätigen sollten, müsse abgeklärt werden, welche Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernimmt. Auch die Münchner Staatsanwaltschaft hatte angekündigt, die Vorwürfe zu prüfen.

Es deutet vieles darauf hin, dass beim U-Bahn-Bau in Köln an mehreren Baustellen vorgesehene Befestigungsanker nicht oder falsch eingebaut wurden. Bauprotokolle zu der Verwendung der Stabilisierungsanker wurden vermutlich gefälscht. Nicht eingebaute Anker wurden Berichten zufolge schwarz verkauft. Ähnliches könnte sich auch bei der bayerischen ICE-Strecke zugetragen haben.

Nach einem Bericht der «Nürnberger Zeitung» (Montag) hat Bilfinger Berger an der ICE-Trasse auf einem rund 35 Kilometer langen Teilstück in Franken mitgearbeitet. Dieses reiche von Feucht bis Großhöbing. Auf dem Abschnitt gibt es zwei Tunnel und mehrere Brücken.

Kriminalität / Bahn
22.02.2010 · 15:08 Uhr
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