Wo Peter Zwegat auftaucht, müssen Sparschweine zittern. RTL sendet ab sofort neue Folgen von Raus aus den Schulden: Dass ist die Doku-Soap, in der Menschen, die völlig verschuldet sind, wieder Licht am Ende des tiefroten Dispo-Tunnels sehen sollen - wenn Peter Zwegat mit ihnen fertig ist.
Es gibt allerdings eine Bedingung, damit der Heilsbringer im grauen Anzug zum Einsatz kommen kann: Der Schuldner muss die Hosen runter lassen. Das heißt: Alle Zahlen müssen auf den Tisch, alle Einnahmen, alle Ausgaben, alle Versäumnisse, alle teuren Schwächen. Das ist mitunter hochnotpeinlich, zuweilen gar erschütternd für die Schuldner. Das soll es auch. Sonst hätte RTL ja nichts zu senden.
Manchmal kann es jedoch passieren, dass Peter Zwegat um Hilfe gebeten wird, der Schuldner dann aber gar nicht die Absicht hat, seine Hosen vor ihm runterzulassen. So geschehen in Zwegats erstem Fall, bei dem die verzweifelte Ehefrau Petra den Schuldenexperten einlud, der verschuldete Ehemann Olaf jedoch gar keine Lust auf Konto-Konversation hatte. Und simsalabim steckte Peter Zwegat mittendrin im Ehekrieg zwischen Petra und Olaf.
Dabei wollte Peter Zwegat doch nur ein bisschen vorrechnen und mahnend die Augen rollen. Dass er nun auch noch Beziehungsretter sein soll, ist selbst für RTL-Verhältnisse etwas zu viel verlangt. Zumal der alternde Herr Schuldenexperte als Amor keine gute Figur macht. Zahlen ja, aber Zwischenmenschliches? Bitte nicht.
Zwegat sucht zu retten, was kaum mehr zu retten ist. Olaf E. ist selbstständiger Anzeigenberater und hat mehr als 32.000 Euro Schulden. Die Krankenversicherung kann er längst nicht mehr bezahlen. Die horrenden fünf Prozent Verzugszinsen belaufen sich allein auf 450 Euro pro Monat. Die 11.000 Euro, die seine Frau Petra 2005 bei Günther Jauchs Wer wird Millionär gewonnen hat, sind längst ausgegeben. Sie kümmert sich um Haushalt und Kinder und kann mit ihrem 400-Euro-Job nicht wirklich viel fürs krankende Familienkonto beisteuern.
Sie will, dass Peter Zwegat hilft. Ihr Mann Olaf will das nicht. Er schämt sich seiner Situation, lässt Zwegat mit seinen bohrenden Fragen immer wieder abblitzen. Der Anzeigenberater hat sich in sein Pleite-Schicksal ergeben - und will auf keinen Fall auf sein geliebtes Cabrio verzichten: «Das ist sowieso nur noch wenige Hundert Euro wert. Wenn überhaupt.»
Trotzdem gibt Peter Zwegat nicht auf. Er handelt mit der Krankenkasse für Olaf E. einen Schuldenerlass aus und erfährt: Olaf E. hatte so einen Schuldenerlass schon einmal selbst erreicht, sich dann jedoch nicht an die Abmachung gehalten. Da sieht Zwegat ganz schön alt aus.
Und obwohl der Schuldenexperte am Ende für Familie E. immerhin einen Plan hat, nachdem sie in wenigen Jahren schuldenfrei sein könnte, bleibt er mit einem schlechten Bauchgefühl zurück: «Ich bin mir nicht sicher, ob Herr E. jetzt zur Vernunft gekommen ist. Ich drücke ihm und seiner Familie die Daumen, doch ich habe erhebliche Zweifel, ob er sich diesmal an die Abmachung halten wird.» Nun ja, Peter Zwegat kann zwar Zahlen schönrechnen, aber seine Fähigkeit, Schuldner zur Vernunft zu bringen, scheint erheblich verkümmert.