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Pentagon: Iran und Syrien rüsten Hisbollah auf

Hassan Nassrallah: Anführer der schiitisch-islamistischen Hisbollah im Libanon
Washington/Beirut (dpa) - Der Iran and Syrien sind nach Informationen des Pentagons dabei, die Schiiten-Miliz Hisbollah im Libanon massiv aufzurüsten. Dadurch werde das Gleichgewicht in der Region gefährdet.

«Aus unserer Sicht versorgen Syrien und Iran die Hisbollah mit Raketen und Flugkörpern mit immer besserer Technologie», sagte US-Verteidigungsminister Robert Gates nach einem Treffen mit Israels Verteidigungsminister Ehud Barak in Washington. Die USA beobachteten dies sehr sorgfältig.

Die Hisbollah besitze inzwischen weit mehr Raketen «als die meisten Regierungen auf der Welt», warnte Gates. Zuvor hatte Israels Präsident Schimon Peres Syrien beschuldigt, die Organisation mit Scud-Raketen zu versorgen. Gates sagte nicht, ob es sich nach seinen Erkenntnissen um diesen Raketentyp handelt, mit dem vom Libanon aus Ziele in Israel angegriffen werden könnten. Die Hisbollah hatte im Sommer 2006 Krieg gegen Israel geführt und damals auch Raketen eingesetzt.

Barak erklärte, sein Land habe kein Interesse daran, auf Kollisionskurs mit dem Libanon zu gehen. Syrien gefährde jedoch das sensible Gleichgewicht der Kräfte im Libanon, indem es die Hisbollah mit Waffensystemen versorge. Arabische Politiker hatten auf ähnliche Äußerungen der israelischen Regierung in den vergangenen Tagen geantwortet, von einem Gleichgewicht der Kräfte im Nahen Osten könne angesichts des großen Waffenarsenals der Atommacht Israel ohnehin keine Rede sein. Nicht nur die libanesische, sondern auch die ägyptische Regierung hatte die jüngsten Drohungen Israels gegen den Libanon scharf kritisiert. Der ägyptische Außenminister Ahmed Abul Gheit, der sonst nicht mit Kritik an der Hisbollah spart, hatte die Vorwürfe, Syrien liefere der Miliz neue Raketensysteme, als «lachhaft» bezeichnet.

Die USA engagieren sich stark dafür, dass der Friedensprozess im Nahen Osten wieder in Gang kommt. Israel erklärte am Dienstag, es erwarte bereits Anfang Mai die Aufnahme indirekter Friedensgespräche mit den Palästinensern. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, dass er kommende Woche zu einem Treffen mit Präsident Husni Mubarak nach Ägypten fahren werde.

Konflikte / USA / Nahost
28.04.2010 · 10:49 Uhr
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