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Peking: Lage in Unruheregion unter Kontrolle

Chinesische Soldaten patrouillieren in den Straßen von Ürümqi. (Archivbild)Großansicht
Peking (dpa) - Nach den blutigen Unruhen mit fünf Toten in Ürümqi haben die chinesischen Sicherheitskräfte die Lage in der Hauptstadt der Unruheregion Xinjiang in Nordwestchina nach eigenen Angaben unter Kontrolle.

Mit Straßensperren und einem Großaufgebot von Polizisten und paramilitärischen Kräften wurde das Zentrum der 2,5 Millionen Einwohner zählenden Metropole am Samstag weiter abgeriegelt.

Die Aufrechterhaltung der Stabilität sei von «übergeordneter Bedeutung», zitierten die staatlichen Medien Polizeiminister Meng Jianzhu, der nach Ürümqi gereist war. Zehntausende hatten über drei Tage demonstriert, um einen besseren Schutz der Bevölkerung zu fordern. Viele warfen der Regierung auch Unfähigkeit vor. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei, die Tränengas einsetzte und ein Versammlungsverbot verhängte.    

Anlass der Unruhen war eine Serie von Angriffen mit Injektionsnadeln auf Passanten, die seit zwei Wochen die Angst umgehen lässt. Mehr als 500 Menschen suchten medizinische Behandlung. Polizeiminister Meng Jianzhu machte Angehörige der nach Unabhängigkeit strebenden muslimischen Minderheit der Uiguren für die Stich-Attacken verantwortlich, denen vor allem Chinesen zum Opfer gefallen waren.

Der Polizeiminister sah «eine Fortsetzung der Zwischenfälle vom 5. Juli». Damit verwies er auf die gewaltsamen Übergriffe von Uiguren auf Chinesen und folgende Racheakte, bei denen Anfang Juli 197 Menschen getötet und 1600 verletzt worden waren. «Ermittlungen haben ergeben, dass jene, die in die Spritzen-Attacken verwickelt sind, aus der uigurischen Minderheit stammen», schrieb die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. 25 Angreifer seien festgenommen worden.

Infektionen oder Vergiftungen durch die Stich-Angriffe konnten bisher nicht festgestellt werden. Doch gibt es Sorgen über eine mögliche Ansteckung mit dem Aids-Virus, der über infizierte Nadeln verbreitet werden kann. Polizeiminister Meng Jianzhu sagte in einer landesweit verbreiteten Erklärung, die Uiguren wollten für Chaos sorgen und zum Hass anstiften.

Angriffe auf Passanten mit Injektionsnadeln, in denen angeblich mit dem HIV-Virus infiziertes Blut gewesen sein sollten, hatte es schon 2002 in der nordchinesischen Hafenstadt Tianjin gegeben. Es blieb unklar, ob die Täter vielleicht HIV-Infizierte waren, die gegen Diskriminierung protestieren wollten. Die Behörden nahmen mehrere Personen fest und nannten Unzufriedenheit als Motiv. In den Spritzen sei aber nur rote Farbe gewesen.

Konflikte / Minderheiten / China
05.09.2009 · 09:19 Uhr
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