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Partner begrüßen Obamas Afghanistan-Strategie

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Brüssel/Berlin/London (dpa) - Partner und Verbündete der USA haben die Entscheidung von Präsident Barack Obama, den Militäreinsatz in Afghanistan auszuweiten, einhellig begrüßt. «Dies ist nicht bloß Amerikas Krieg», sagte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Mittwoch in Brüssel.

Zuvor hatte Obama in einer Rede an die Nation die Entsendung von zusätzlich 30 000 US-Soldaten angekündigt. Rasmussen stellte in Aussicht, dass auch die Verbündeten der USA die Zahl ihrer Soldaten in Afghanistan im kommenden Jahr deutlich verstärken werden. «2010 werden die Verbündeten der USA mindestens 5000 zusätzliche Soldaten entsenden, möglicherweise ein paar Tausend mehr», sagte der NATO-Generalsekretär.

Der britische Premierminister Gordon Brown forderte die NATO- Partner auf, nun ebenfalls mehr Truppen zu schicken. «Ich rufe alle Verbündeten auf, die Strategie von US-Präsident Obama zu unterstützen», sagte Brown am Mittwoch in London. Großbritannien werde seinen Beitrag leisten, andere Länder zu überzeugen, mehr Soldaten für den Einsatz bereitzustellen. Der nächste wichtige Schritt sei die Afghanistan-Konferenz am 28. Januar in London.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hält eine Debatte über eine Aufstockung der Bundeswehrtruppen in Afghanistan allerdings für verfrüht. Das sei vor der Londoner Konferenz «weder sinnvoll noch angebracht», sagte Westerwelle in Berlin. «Die amerikanische Regierung erwartet ja auch nicht von uns eine Antwort, bevor wir auf der Afghanistan-Konferenz auch mit unseren Verbündeten - vor allem aber auch mit der afghanischen Regierung - gesprochen haben.»

Der Oberbefehlshaber der internationalen Truppen in Afghanistan, US-General Stanley McChrystal, begrüßte Obamas Ankündigung. Der Präsident habe ihn mit einer «klaren militärischen Mission sowie den notwendigen Ressourcen» ausgestattet, um die Aufgaben in Afghanistan erfüllen zu können, sagte McChrystal am Mittwoch in Kabul. «Wir arbeiten daran, die Verantwortung für die Sicherheit im Land sobald möglich an die Afghanen zu übertragen.» Es werde allerdings mindestens vier Jahre dauern, bis Polizei und Armee auf die angestrebte Stärke von 400 000 Mann ausgebaut seien.

Auch der afghanische Außenminister Rangin Dadfar Spanta reagierte positiv auf die Rede Obamas. Die überarbeitete Strategie ermögliche es seinem Land, in den nächsten Jahren die Verantwortung selbst zu übernehmen. «Wir müssen die Afghanisierung in den Bereichen Sicherheit und Regierungsführung beschleunigen. Es ist die Pflicht der Afghanen, die Last auf den eigenen Schultern zu tragen», sagte Spanta.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy nannte die Rede von US- Präsident Barack Obama zu Afghanistan «mutig, entschlossen und klarsichtig». Ebenso wie die deutsche Regierung verwies der Élyséepalast am Mittwoch auf die Afghanistan-Konferenz am 28. Januar in London. Positive Reaktionen kamen auch von den Regierungen in Rom und Wien. Polen wird sein Kontingent in Afghanistan voraussichtlich um 600 Soldaten aufstocken. Das sagte Regierungssprecher Pawel Gras. An der NATO-Mission in Afghanistan beteiligen sich bisher etwa 2000 polnische Soldaten.

In den Niederlanden hat die Ankündigung der amerikanischen Truppenverstärkung in Afghanistan einen neuen Streit über das eigene militärische Engagement am Hindukusch ausgelöst. Während der christdemokratische Außenminister Maxime Verhagen Obamas Afghanistan- Strategie lobte, betonten die mitregierenden Sozialdemokraten am Mittwoch, Hollands Einsatz in Afghanistan müsse wie geplant 2010 beendet werden.

Konflikte / NATO / USA / Afghanistan
02.12.2009 · 23:02 Uhr
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