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Parteien im Norden steuern mit Doppelspitzen Wahl an

Nord-CDU kürt SpitzenkandidatenGroßansicht

Kiel (dpa) - Der Landesvater will bis zum Schluss durchhalten und sein «Kronprinz» sitzt fest im Sattel: Die CDU in Schleswig-Holstein hat ein Jahr vor der Landtagswahl fürs Erste allen Spekulationen um ihr Führungspersonal den Wind aus den Segeln genommen.

Mit gut 87 Prozent hat der Landes- und Fraktionsvorsitzende Christian von Boetticher bei seiner Kür zum Spitzenkandidaten zwar die 90-Prozent-Marke knapp verfehlt, die er im September bei der Wahl zum Parteichef übertroffen hatte. Doch mit dem Ergebnis sind Debatten um angeblich aussichtsreichere Alternativen obsolet. Bis zur endgültigen Wahl des Spitzenkandidaten ist noch ein halbes Jahr Zeit.

Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (64) stellte klar, dass er nicht vorzeitig für Boetticher Platz machen will. «Auch wenn ich in gut einem Jahr nicht mehr auf der Kommandobrücke stehen werde, ich will eine CDU-geführte Landesregierung, die Schleswig-Holstein auf Erfolgskurs 2020 hält», sagte er. Weil von Boetticher in der eigenen Partei und beim Koalitionspartner FDP Kritiker hat, wäre ein Abtritt Carstensens auch politisch riskant, da die Koalition im Landtag nur eine Ein-Stimmen-Mehrheit hat.

Auch die Konkurrenz hat Doppelspitzen am Werk. Bei der SPD behielt Spitzenkandidat Torsten Albig (47) den Fraktionsvorsitzenden Ralf Stegner (51) als Landesparteichef im Boot - zur Enttäuschung aller Stegner-Kritiker. «Ich freue mich auf ein spannendes, fröhliches und faires Werben für den besseren Weg zum Wohle unseres Landes», sagte Albig nach der Nominierung Boettichers. Beide teilen ein konkretes Ziel zur Landtagswahl: 40 Prozent. Dafür ist viel zu tun: 2009 holte die CDU 31,5 Prozent und die SPD 25,4.

Den beiden «Großen» wollen die Grünen möglichst nahe kommen - sie sind die einzige Partei, die derzeit überhaupt Rückenwind hat. Sie werden gleich mit einer doppelten Doppelspitze die Landtagswahl angehen. Ihre Führungsfigur, Landtagsfraktionschef Robert Habeck (41), darf als Mann laut Satzung nicht auf Listenplatz 1. Dieser dürfte auf Finanzexpertin Monika Heinold (52) zulaufen. Die Grünen werden das Duo dann als Doppelspitze «verkaufen». Ihre Parteiführung wählen die Grünen Ende Mai neu, ohne dass sich etwas ändern dürfte. Die Landesvorsitzenden Eka von Kalben, Jahrgang 1964, und Marlene Löhr (25) treten wieder an; Gegenkandidaten gibt es bisher nicht.

Die FDP wird absehbar wieder Fraktionschef Wolfgang Kubicki (59) zum Spitzenkandidaten wählen, der seine letzte Legislaturperiode ansteuern dürfte. In der Parteiführung könnten die Liberalen schon im November einen Generationswechsel vornehmen, falls der seit 1993 als Landesvorsitzender amtierende Jürgen Koppelin (65) den Weg für Sozialminister Heiner Garg (45) freimachen sollte. Bei der Linken ist die Frage der Spitzenkandidatur noch völlig offen - ebenso wie ein Wiedereinzug der Partei in den Landtag.

Parteien / Schleswig-Holstein
08.05.2011 · 11:10 Uhr
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