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Papst kritisiert Religionsunterricht in Deutschland

Rom (dts) - Papst Benedikt XVI. hat in seinem neuen Buch "Licht der Welt" deutliche Kritik an der Qualität des Religionsunterrichts in Deutschland geübt. Die Bischöfe müssten sich ernste Gedanken machen, wie sie die Katechese neu und besser ausrichten können, sagte der Papst in dem Buch, das am Mittwoch weltweit erscheint und das dem Nachrichtenmagazin "Focus" vorliegt. Er beklagte die Tatsache, dass es in Deutschland viele Katholiken gebe, die es als ihre Hauptaufgabe betrachten, den Papst derb und rüde zu kritisieren.

Zudem nehme der Pontifex Stellung zur "Williamson-Affäre" von 2009. Wenn er gewusst hätte, dass der zur Pius-Bruderschaft gehörenden Bischof Richard Williamson die Existenz der Gaskammern der Nazis leugnet, hätte er ihn nicht von der Exkommunikation befreit, seinen Fall abgetrennt. Bundeskanzlerin Angela Merkel, die wegen der "Williamson-Affäre" öffentlich eine Klarstellung zum katholisch-jüdischen Verhältnis gefordert hatte, sei aber offenbar nicht vollständig informiert gewesen. Der Papst habe kurz zuvor wiederholt, dass die Leugnung oder Verharmlosung der Shoa inakzeptabel sei. Benedikt XVI. wandte sich zudem gegen ein generelles Burkaverbot und gegen Versuche, das Christentum aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen. Offenkundig breite sich eine neue Intoleranz aus. Wenn es etwa keine Kreuze mehr in öffentlichen Gebäuden geben solle, dann bedeute dies, dass der christliche Glaube sich damit nicht mehr sichtbar ausdrücken dürfe. "Licht der Welt - Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit" ist das Ergebnis eines sechsstündigen Gesprächs, das der Journalist und Buchautor Peter Seewald mit Benedikt XVI. geführt hat.
Vatikan / Religion / Bildung
21.11.2010 · 09:24 Uhr
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