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Papademos erleichtert über neues Hilfspaket

Athen (dts) - Die griechische Regierung von Ministerpräsident Lucas Papademos hat sich erleichtert über die Einigung der Euro-Finanzminister auf ein zweites Hilfspaket gezeigt und bezeichnete die Entscheidung als "historisches Ereignis". "Das Übereinkommen gibt Griechenland die Möglichkeit, die Ungewissheit zu überwinden und das Vertrauen in die griechische Wirtschaft wieder zu festigen", sagte der Regierungschef am Dienstag. Man habe ein besseres Ergebnis erzielt als zunächst erwartet, betonte Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos und ergänzte: "Das Übereinkommen versetzt Griechenland in die Lage, damit aufzuhören, immer neue Schulden anzuhäufen."

Zudem verlautete aus seinem Ministerium, dass man die privaten Gläubiger notfalls zum Forderungsverzicht mittels eines entsprechenden Gesetzes zwingen wolle. Ein entsprechender Entwurf soll "in Kürze" dem Parlament zur Verabschiedung vorgelegt werden. Auch die EU-Kommission zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. Die Einigung schließe die Tür zu für eine unkontrollierte Pleite, "die das Chaos für das Land und die Bevölkerung gebracht hätte", sagte Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Er sei sich sicher, dass das Sparprogramm Wachstum in das Land zurückbringe. Lob kam auch von Banken und privaten Gläubigern. Man habe es geschafft, "eine ungeordnete Pleite abzuwenden", äußerte sich der Geschäftsführer des Internationalen Bankenverbandes (IIF), Charles Dallara positiv gestimmt. "Die Verluste werden beachtlich sein, aber sie sind begrenzt", so Dallara. Indessen zeigte sich Finanzminister Wolfgang Schäuble zuversichtlich, dass der Bundestag dem neuen Hilfspaket für Griechenland zustimmen wird. Nach sorgfältiger Abwägung der Vor- und Nachteile sei eine Entscheidung getroffen worden, "die wir gut verantworten können", sagte Schäuble im Deutschlandfunk. In der Nacht zum Dienstag hatten die Euro-Finanzminister das zweite Hilfspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Dieses sieht eine Kürzung von Renten und Mindestlöhnen sowie eine Reform des Steuersystems für mehr Einnahmen vor. Die Einhaltung der Auflagen soll künftig ständig von einer Expertengruppe kontrolliert werden. Zudem wurde ein Sperrkonto eingerichtet, von dem die Schulden zurückgezahlt werden sollen. Außerdem einigte man sich mit privaten Gläubigern auf einen Schuldenschnitt von 53,5 Prozent.
Griechenland / Parteien / Wirtschaftskrise
21.02.2012 · 14:37 Uhr
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