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Panne bei Lufthansa trifft zehntausende Reisende

Lufthansa-Fluggäste müssen sich derzeit beim Check-In auf längere Wartezeiten einstellen.Großansicht
Frankfurt/Main (dpa) - Eine Computerpanne bei der Lufthansa hat am Mittwoch die Flugpläne von weltweit mehreren zehntausend Reisenden durcheinandergewirbelt.

Weil in der Nacht der zentrale Rechner für den Check-in ausgefallen war, mussten die Passagiere am Vormittag per Hand mit Stift und Papier eingecheckt werden, wie das Unternehmen in Frankfurt mitteilte.

Erst am frühen Nachmittag liefen die Computer an den rund 200 von der Lufthansa angeflogenen Flughäfen rund um den Globus wieder stabil. Was die Verspätungen anbelangte, hatte sich die Lage jedoch auch am Abend noch nicht wieder normalisiert. Das ganze Ausmaß der Panne sei vermutlich erst am Donnerstag ersichtlich, sagte Lufthansa- Sprecher Thomas Jachnow. «Wir wissen ja noch nicht, wie sehr sich diese Verspätungsarien bis in die Nacht hineinziehen.»

Jachnow zufolge sind nur etwa ein Dutzend Europaflüge ausgefallen. Wie viele Verspätungen es gegeben habe, wolle das Unternehmen ebenso wenig kommunizieren wie die genaue Zahl der betroffenen Reisen. «Die durchschnittliche Verspätungszeit betrug eine Stunde», sagte der Sprecher. Er betonte, von einem Chaos könne keine Rede gewesen sein.

Am Frankfurter Flughafen, dem größten Luftdrehkreuz Deutschlands, mussten sich am Vormittag hunderte Passagiere in Geduld üben. Viele beklagten einen Mangel an Information. Das Service-Personal wies immer wieder auf ein Computerproblem hin und erklärte: «Alles, was wir wissen, ist, dass es Verzögerungen gibt und Flüge ausfallen.» Vor den Schaltern in der Abflughalle B warteten die Fluggäste in zwei breiten Schlangen, die sich bis zu 200 Meter durch das Gebäude zogen.

Sprecher Jachnow zufolge wurden die Passagiere der gestrichenen Verbindungen auf andere Flüge umgebucht. Die Lufthansa - in der Gruppe inzwischen größte Fluggesellschaft Europas - setzte eigenen Angaben zufolge eine dreistellige Zahl zusätzlicher Mitarbeiter ein, um die Wartezeit zu verkürzen. Erschwert wurde die Abfertigung auch, weil das Gepäck am Flugzeug den einzelnen Passagieren nochmals zugeordnet werden musste. Dies sehen die Sicherheitsvorschriften vor, wenn die Zuordnung nicht per Computer erfolgen kann.

Die Panne war bei einer routinemäßigen Aktualisierung der Software aufgetreten. Das Unternehmen vermutete am Abend, dass ein defekter Datenspeicher des Zentralrechners in Kelsterbach nahe des Frankfurter Flughafens die Ursache sei. Techniker suchten fieberhaft nach dem Fehler, hieß es. Das Einchecken übers Internet oder per Handy durch den einzelnen Fluggast lief dagegen problemlos. Wie viele Fluggäste diese Möglichkeit bereits nutzen, wollte die Lufthansa nicht sagen.

Bereits im Jahr 2004 hatte ein Ausfall der Check-in-Computer der Lufthansa für endlose Schlagen, verärgerte Passagiere und gestrichene Flüge gesorgt. Lufthansa zählt im Schnitt jeden Tag etwa 180 000 Gäste und absolviert um die 2000 Flüge. An diesem Donnerstag ist laut Lufthansa wieder mit einem normalen Verkehr zu rechnen.

Internet: Lufthansa-IT-Dienstleister: www.lhsystems.de

Luftverkehr
30.09.2009 · 18:16 Uhr
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