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Palästinenser sperrte Tochter neun Jahre im Bad ein

Ein Wagen der palästinensischen Polizei. Foto: Jim Hollander

Ramallah (dpa) - Ein Palästinenser soll seine heute 20-jährige Tochter neun Jahre lang im Badezimmer seines Hauses im Westjordanland eingesperrt haben. Zur Begründung sprach der Mann zunächst nur von einem «Familienstreit».

Sie habe seit ihrem elften Lebensjahr «das Sonnenlicht nicht mehr gesehen», zitierte die Polizei in der Stadt Kalkilia den Vater nach der Befreiung der jungen Frau. Seine Frau hatte ihn verlassen, und er lebte mit der Tochter allein.

Als die Palästinenserpolizei das Haus nach einem Hinweis durchsuchte, fand sie eine verschlossene Tür. Der Vater habe zunächst behauptet, er könne die Tür nicht öffnen, weil seine Tochter «gerade mal im Bad» sei. Als die junge Frau merkte, dass Fremde im Haus waren, begann sie um Hilfe zu schreien. Ihr Vater habe den Schlüssel.

Die Beamten zwangen den Mann daraufhin, die Tür zu öffnen und fanden das Opfer nur mit einer Matratze und einem Laken in dem fensterlosen Raum vor. Sie wurde zur Polizeiwache gebracht, wo sie Essen und Kleidung erhielt und in die Betreuung einer Sozialarbeiterin gegeben wurde. Der Vater wurde zum Verhör abgeführt. Ob der Vater seine Tochter eventuell sexuell missbrauchte, wurde nicht bekannt.

Frauen werden in der von starren Moralregeln geprägten palästinensischen Gesellschaft nicht selten zwangsverheiratet und ihrer Freiheit beraubt.

Kriminalität / Palästinensergebiet
22.01.2012 · 09:05 Uhr
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