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Pakistan setzt Offensive gegen Taliban fort

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Islamabad (dpa) - Drei Tage nach Beginn der Großoffensive gegen die Taliban in Süd-Waziristan haben pakistanische Regierungstruppen ihren Vormarsch fortgesetzt und nach eigenen Angaben mindestens 18 Aufständische getötet.

Wie ein Armeesprecher am Montag mitteilte, starben bei Gefechten in dem unwegsamen Stammesgebiet auch zwei Soldaten. Aus Geheimdienstkreisen verlautete, Kampfflugzeuge hätten in der Nacht zahlreiche Stellungen der Aufständischen bombardiert und zerstört. Gleichzeitig rückten Truppenverbände aus drei Richtungen gegen die Ortschaft Makeen vor, die den Taliban als Hauptquartier dienen soll. Dabei stießen sie auf heftigen Widerstand, hieß es.

Nach einer blutigen Terrorserie hatte die Armee am Samstag eine neue Offensive gegen die Taliban in deren Hochburg Süd-Waziristan an der Grenze zu Afghanistan gestartet. Mehr als 30 000 Soldaten sind daran beteiligt. Ihnen stehen etwa 15 000 Taliban unter dem Kommando des Extremisten-Chefs Hakimullah Mehsud sowie Kämpfer des Terrornetzwerks El Kaida gegenüber. Bei Gefechten am Sonntag waren nach Armeeangaben 60 Aufständische und fünf Soldaten getötet worden. Eine unabhängige Bestätigung für die Angaben gibt es nicht, da die Armee Telefonverbindungen weitgehend unterbrochen hat. Auch die meisten Journalisten haben das Stammesgebiet verlassen.

Seit Beginn der Kampfhandlungen seien bislang mehr als 100 000 Menschen aus Süd-Waziristan geflohen, berichtete der Sender Geo TV am Montag unter Berufung auf das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und die Armee. Die meisten suchten in den Nachbardistrikten Dera Ismail Khan und Tank Zuflucht. In den nächsten Tagen werden Zehntausende weitere Menschen erwartet. Um zu verhindern, dass sich bewaffnete Extremisten unter die Zivilisten mischen, hat die Armee Checkpoints eingerichtet.

In der Hauptstadt Islamabad erörterten unterdessen Premierminister Yousuf Raza Gilani und der Kommandeur der US-Streitkräfte im Nahen Osten, General David Petraeus, die Sicherheitslage in der Region. Auch US-Senator John Kerry führte nach Angaben des staatlichen Senders PTV am Montag Gespräche mit Regierung und Armee. Kerry gilt als einer der Architekten eines am Donnerstag verabschiedeten Gesetzes, das in den kommenden Jahren insgesamt 7,5 Milliarden Dollar (fünf Milliarden Euro) an US-Hilfen für Pakistan vorsieht.

Pakistan ist einer der wichtigsten Verbündeten der USA im Kampf gegen den Terrorismus. Süd-Waziristan und die anderen Stammesgebiete gelten als Hochburgen des radikal-islamischen Terrorismus und Ausgangspunkt für zahlreiche blutige Anschläge in Pakistan sowie auf die internationalen Truppen im Nachbarland Afghanistan.

Konflikte / Pakistan
19.10.2009 · 14:56 Uhr
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