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Ozeanriese «AIDAblu» meistert Emspassage

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Emden (dpa) - Das Kreuzfahrtschiff «AIDAblu» hat das Nadelöhr Ems passiert und ist zu seiner ersten Erprobungsfahrt in die Nordsee gestartet. Der neu gebaute Ozeanriese aus der Papenburger Meyer Werft hatte sich seit Freitag Meter um Meter durch den schmalen Fluss getastet.

Am frühen Samstagmorgen machte der 252 Meter lange Luxusliner der Rostocker Reederei AIDA Cruises in Emden fest. Kurz darauf hieß es schon wieder «Leinen los». Am 4. Februar soll die «AIDAblu» an die Reederei übergeben werden. Die Taufe ist fünf Tage später in Hamburg. Taufpatin ist die Designerin Jette Joop.

Das 352 Millionen Euro teure Schiff war mit Schlepperhilfe durch die schmale Ems gezogen worden. Am Freitagabend erreichte das Schiff das Sperrwerk in Gandersum, musste aber noch einige Stunden warten, bis das Hochwasser genügend Tiefe hatte. Ursprünglich sollte die Überführung erst an diesem Samstag beginnen, sie war aber kurzfristig um einen Tag vorgezogen worden. «Papenburg liegt an der Ems, die ist ein bisschen klein. Unsere Schiffe sind ein bisschen groß. Wir müssen uns immer nach dem Wetter richten», sagte Werftchef Bernard Meyer. Die Wetterfrösche hatten für den Tag Ostwind vorhergesagt. Damit wäre das Wasser von den Häfen weg wieder in die Nordsee gedrückt worden und hätte die problemlose Emspassage gefährdet.

AIDA Cruises lässt bis 2012 noch zwei weitere Kreuzliner im emsländischen Papenburg bauen. Im nächsten Jahr soll die «AIDAsol» fertig werden. Der Name des anderen Schiffes, das in zwei Jahren das Dock verlassen soll, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher der Reederei.

Die Werft stelle sich für die Zukunft auf eine «Eiszeit» ein, sagte Meyer. Es liefen zwar Verhandlungen um neue Aufträge, bislang gebe es aber noch kein Ergebnis. Um auch künftig im Wettbewerb vor allem mit Werften aus Asien bestehen zu können, müsse die Produktivität der Werft weiter erhöht werden, betonte der Unternehmer. Bis Ende 2012 sind die Auftragsbücher voll. Mit der «AIDAblu» sollen insgesamt noch acht Schiffe fertiggestellt werden. Das Auftragsvolumen beträgt knapp vier Milliarden Euro.

Einige Umweltschützer hatten am Freitagnachmittag bei Leer gegen die Überführung protestiert. Sie kritisieren, dass die dafür notwendigen Ausbaggerungen und Aufstauungen der Ems schädliche Folgen für das Ökosystem des Flusses haben. Am Donnerstag erst hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) klargestellt, dass die Ems zwischen Papenburg und Nordsee als wertvoller europäischer Naturraum besonders geschützt werden muss. Er gehe davon aus, dass diese Entscheidung keine größere Auswirkungen auf die Werft haben werde, sagte Meyer. «Da können wir mit leben.»

Schifffahrt / Werften
16.01.2010 · 11:24 Uhr
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