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Osten verlor zwölf Prozent seiner Bevölkerung

Abriss Ost statt Aufbau Ost in Magdeburg.Großansicht

Berlin (dpa) - Zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung haben die neuen Bundesländer rund 12 Prozent ihrer Bevölkerung verloren. Nach wie vor fallen Ost und West vor allem beim Lohnniveau auseinander.

Und das Risiko, arm zu werden, ist in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt deutlich größer als in Bayern und Baden-Württemberg. Bei der Ausstattung der privaten Haushalte und dem, wofür die Menschen Geld ausgeben, gibt es aber kaum noch Unterschiede. Diese Ergebnisse präsentierte das Statistische Bundesamt am Mittwoch.

Vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer verdienen im Osten nur rund drei Viertel des Westniveaus. Der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, sagte in Berlin, zwar habe der Osten in den ersten Hälfte der 1990er Jahre bei den Verdiensten deutlich zugelegt. «Dieser Angleichungsprozess kam jedoch in den Folgejahren so gut wie zum Erliegen», sagte er. «Und das, obwohl heute kaum noch Tarifverträge eine unterschiedliche Bezahlung zwischen den Regionen vorsehen.»

Die Folge: Seit der Wende ist die Bevölkerungszahl im Osten um 1,7 Millionen Menschen geschrumpft - wegen Abwanderungen, aber auch wegen eines Geburtenrückgangs. Das ist ein Minus von 11,7 Prozent. Die höchsten Verluste haben Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu verkraften. Die größten Bevölkerungszuwächse verzeichnen die Länder Baden-Württemberg und Bayern.

Wer im Osten zurückbleibt, kann oft nicht anders: Der Anteil der Hartz-IV-Empfänger an der Bevölkerung liegt dort bei 17 Prozent - im Westen sind es dagegen 8 Prozent. «Um von einheitlichen Lebensbedingungen und Lebensverhältnissen sprechen zu können, gibt es noch eine Menge zu tun», sagte Egeler. Er bezog dies aber nicht nur auf die Unterschiede zwischen Ost und West, sondern auch auf Vergleiche zwischen Stadt und Land sowie Nord und Süd.

Das am Mittwoch vorgestellte Statistische Jahrbuch 2010 des Bundesamtes zeigt auch verschiedene Vorlieben der Deutschen: Die beliebtesten Kindernamen waren im Jahr 2009 «Maximilian» und «Marie». Etwas mehr als jeder vierte Bürger raucht - zumindest gelegentlich. Die meisten Raucher gab es im vergangenen Jahr - gemessen an der Bevölkerung über 15 Jahre - in Mecklenburg-Vorpommern (rund 34 Prozent), die wenigsten in Baden-Württemberg (rund 24 Prozent).

Gesellschaft / Statistik
29.09.2010 · 15:34 Uhr
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