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Ostdeutsche sterben häufiger an Herzkrankheiten

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Duisburg/Gera (dpa) - Ostdeutsche sterben einer Studie zufolge häufiger an Herzkrankheiten als Westdeutsche. Demnach weisen Hamburg, Berlin und Bremen die niedrigsten, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg die höchsten Werte auf.

In Hamburg sind es 18,1 Prozent Sterbefälle weniger als im Bundesdurchschnitt, in Sachsen-Anhalt 23,2 Prozent mehr; in Thüringen liegt die Zahl der Todesfälle pro 100 000 Einwohner um 17,2 Prozent über dem Bundesschnitt. Das geht aus dem neuesten Herzbericht hervor, den am Freitag die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) und die Deutsche Gesellschaft für Kardiotechnik in Duisburg vorgelegt haben.

Die Angaben beziehen sich auf das Jahr 2008, aus dem die aktuellsten Daten vorliegen. Damals starben in Deutschland mehr als 200 000 Menschen an einer Herzerkrankung, davon 56 775 an einem Herzinfarkt, hieß es bei den Medizinern.

Die Gründe für einen tödlichen Infarkt sind vielschichtig. Vor allem die Lebensweise spielt eine Rolle. Dicke, Raucher und Bewegungsmuffel sind am stärksten gefährdet. Bei vielen Menschen kommen alle drei Faktoren zusammen. Ist der Infarkt eingetreten, brauchen die Patienten schnellstmöglich Hilfe. Qualität und Schnelligkeit des Rettungsdienstes sind dann ausschlaggebend. In Schleswig-Holstein sind beispielsweise die Rettungsdienste verpflichtet, innerhalb von zwölf Minuten an einem Notfallort zu sein. Brauchen die Retter eine halbe Stunde, ist es bei einem schweren Infarkt oft schon zu spät.

Regionale Probleme wie eine hohe Arbeitslosigkeit in den östlichen Bundesländern könnten allein hohe Sterbeziffern nicht erklären, sagte der Präsident der Herzgesellschaft DGTHG, Friedhelm Beyersdorf. Es gebe auch in Regionen mit geringer Arbeitslosigkeit überdurchschnittliche Sterbeziffern. «Letztlich können wir über die Ursachen nur spekulieren.»

Gute Nachrichten hat die Herzgesellschaft für Patienten mit Operationsbedarf. Die Überlebensrate bei Bypass-Operationen liege seit Jahren konstant bei 97 Prozent, obwohl der Anteil älterer Patienten deutlich gestiegen sei. Bei ihnen kämen neben der Herzerkrankung häufig Diabetes und Bluthochdruck hinzu. Bei Aortenklappen-OPs sei die Erfolgsrate auf einen ebenso hohen Wert wie bei den Bypässen gestiegen.

Gesundheit
01.10.2010 · 17:43 Uhr
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