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Ost und West immer noch auf Distanz

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Düsseldorf (dpa) - 20 Jahre nach dem Mauerfall sind die meisten Ostdeutschen laut einer Umfrage davon überzeugt, dass die Unterschiede zwischen Ost und West größer sind als die Gemeinsamkeiten. Diese Meinung vertreten 63 Prozent der Bürger in den neuen Bundesländern.

42 Prozent der Ostdeutschen haben danach das Empfinden, Bürger zweiter Klasse zu sein, 46 Prozent halten diesen Eindruck für unberechtigt, wie die Chefin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher, in der «Wirtschaftswoche» (Montag) berichtet.

Viele sind demnach enttäuscht, dass Ostdeutschland bei den Einkommen und bei der Produktivität noch nicht aufgeschlossen hat, die Arbeitslosigkeit höher ist und ganze Landstriche aufgrund der Abwanderung junger Leute überaltern. Gleichzeitig fällt jedoch die Bilanz der wirtschaftlichen Entwicklung in Ostdeutschland überwiegend positiv aus. 49 Prozent der Ostdeutschen werten sie als Erfolg, nur 21 Prozent als Misserfolg.

In Ostdeutschland ist zudem das Zutrauen gewachsen, dass sich die Regierung als Anwalt aller Deutschen versteht. Waren noch im Oktober 2004 lediglich 39 Prozent der Ostdeutschen überzeugt, dass die Bundesregierung die Interessen aller Deutschen verfolgt, empfinden heute 48 Prozent der Ostdeutschen die Bundesregierung als Anwalt gesamtdeutscher Interessen, so Köcher.

Verfestigt hat sich in Ostdeutschland demnach die Überzeugung, dass die DDR kein Rechtsstaat war. Sprachen Ende der 1990er Jahre lediglich 45 Prozent der ostdeutschen Bürger der DDR den Charakter eines Rechtsstaats ab, sind es mittlerweile 61 Prozent.

Trotz Enttäuschungen und immer noch empfundener Distanz: Die Freude über die Einheit hält bei den Ostdeutschen an. Wie 1990 überwiegt auch heute bei zwei Dritteln die Freude über die Einheit.

Geschichte / Mauerfall / Gesellschaft
27.09.2009 · 11:22 Uhr
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