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Ost-Linke wollen Lafontaine und Bartsch

Gegenspieler: Linke-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch (r.) und Oskar Lafontaine.Großansicht
Berlin (dpa) - Die Linke in Sachsen und Sachsen-Anhalt hat sich im innerparteilichen Machtkampf sowohl hinter Parteichef Oskar Lafontaine als auch den umstrittenen Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch gestellt.

Die Linke brauche eine starke Führungsmannschaft auf Bundesebene, «für die Oskar Lafontaine ebenso unverzichtbar ist wie Dietmar Bartsch», erklärten die stellvertretenden Landesvorsitzenden beider Verbände.

Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi hatte bei der Fraktionsklausur am Montag in Berlin ungewohnt offen Kritik an dem umstrittenen Parteimanager geübt. Bartsch habe sich gegenüber dem erkrankten Lafontaine nicht loyal verhalten und das Vertrauen beschädigt, sagte Gysi. Bartsch habe Informationen an Medien gegeben und damit die aktuellen Probleme ausgelöst. Seinen Rücktritt forderte Gysi allerdings nicht. Über einen Wiederantritt beim Parteitag im Mai müsse der im Osten geschätzte Bartsch selbst entscheiden. Dieser hält sich dazu bedeckt.

In der gemeinsamen Mitteilung der Linken aus Sachsen und Sachsen-Anhalt heißt es weiter, Lafontaine und Bartsch seien profilierte Genossen und für unterschiedliche Teile der Partei Integrationsfiguren. «Wer den Rückzug eines von beiden fordert oder befördert, riskiert entweder eine tiefe Spaltung oder will weite Teile der Partei an den Rand drängen.»

Auch der Fraktionsvorsitzende der Linken im Thüringer Landtag, Bodo Ramelow, stellte sich hinter den umstrittenen Bundesgeschäftsführer. Im Deutschlandradio Kultur sagte er, Bartsch habe mit seinen Äußerungen bezüglich der Zukunft Lafontaines weder Majestätsbeleidigung begangen noch vorzeitig über die Führungsstruktur nachgedacht. Er gehe davon aus, dass der innerparteiliche Streit um die beiden mit der Fraktionsklausur beendet sein werde.

Die Parteispitzen versuchen seit Wochen, die Personalquerelen zu beenden. Mit Blick auf die wichtigen Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen im Mai fordern sie eine Rückkehr zur Sachpolitik gegen Schwarz-Gelb. Lafontaine nahm nicht an der Klausurtagung teil. Er lässt offen, ob und wann er nach seiner Krebsoperation in die Politik zurückkehrt.

Linke
12.01.2010 · 09:46 Uhr
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