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Oskar Lafontaine - links und prominent

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Saarbrücken (dpa) - Oskar Lafontaine ist zweifellos der derzeit bekannteste Politiker aus dem Saarland. Seit fast einem halben Jahrhundert mischt der heute 68-Jährige in der deutschen Politik mit - seit einigen Jahren wieder in seiner Heimat.

Als «Napoleon von der Saar» hat er dort für die SPD seine größten Erfolge gefeiert. Als Spitzenkandidat seiner Linkspartei will der Landtags-Fraktionschef an die damaligen Erfolge anknüpfen.

Der in Saarlouis Geborene wurde in der SPD groß. «Oskars» enorme Popularität an der Saar gründet sich auf seine Zeit als Saarbrücker Oberbürgermeister (1976 bis 1985) und als Ministerpräsident des kleinsten deutschen Flächenlandes (1985 bis 1998). In den 90er Jahren bestimmte er wesentlich die Geschicke der Sozialdemokratie im Bund, von 1995 an als Parteichef und 1998/99 als Bundesfinanzminister.

Im Streit mit dem damaligen Kanzler Gerhard Schröder brach er mit der SPD. 2005 gab er sein Parteibuch zurück und wechselte in die neu gegründete WASG (Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit). Nach der Bundestagswahl im September übernahm er zusammen mit Gregor Gysi den Vorsitz der Linken-Fraktion. Beide bestimmten anschließend maßgeblich den Zusammenschluss von WASG und PDS zur Linkspartei. Von 2007 bis 2010 war er neben Lothar Bisky ihr Bundesvorsitzender.

Der meist leger, aber immer korrekt gekleidete Saarländer ist streitbar und angriffslustig. Kritiker werten sein scheinbar grenzenloses Selbstbewusstsein als Arroganz. Mit flammenden Worten macht sich der begnadete - Kritiker sagen der populistische - Redner zum Anwalt der kleinen Leute. Ehemalige Genossen werfen ihm vor, nachtragend zu sein und die SPD bis heute klein halten zu wollen.

Lafontaines Karriere war mehrfach von persönlichen Tiefschlägen begleitet. Im Vorwahlkampf 1990 stach ihn eine geistig verwirrte Frau nieder. 2009 erhielt er vom Arzt die Diagnose Prostata-Krebs. Nach überstandener Krankheit ist er wieder dabei - getreu seinem Motto: «Solange ich gesund bin, werde ich weiter mitmischen.»

In Berlin sind vorerst die Rufe verstummt, «Lafo» möge auf die Bundesbühne zurückkehren. Aber für Überraschungen war der katholisch erzogene Sohn eines Bäckers schon immer gut. Auch privat: 2011 präsentierte der in dritter Ehe verheiratete Vater von zwei Söhnen die Linken-Vize Sahra Wagenknecht als neue Lebensgefährtin.

Der Weingenießer und Liebhaber des savoir vivre lässt keinen Zweifel daran, dass er seinen Lebensabend im Saarland plant: «Ich bin ein saarländisches Urgewächs.» Gerade erst hat er sich ein neues Domizil im Saargau gekauft - wegen der Nähe zu Frankreich.

Wahlen / Landtag / Saarland
24.03.2012 · 20:26 Uhr
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