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Online angekündigt: Amoklauf in Fitness-Center

In einem Fitnessstudio im US-Bundesstaat Pennsylvania sind bei einem Amoklauf sechs Menschen getötet worden. (Symbolbild)Großansicht
Washington (dpa)- Es ist kurz nach acht am Dienstagabend in Bridgeville, einer ruhigen Kleinstadt im US-Bundesstaat Pennsylvania. Im Aerobic-Raum des Sportstudio «LA Fitness» hat das Training gerade begonnen.

Gut 20 Menschen befinden sich in dem Raum, als ein Mann mit einer schwarzen Sporttasche eintritt. Der Mann sagt kein Wort, er stellt seine Tasche in die Ecke des Raumes und scheint mittrainieren zu wollen. Dann fallen plötzlich Schüsse. «Ich schaute ihn an und sah, dass er eine Waffe hatte», berichtete eine Augenzeugin. Wenig später liegen vier Tote - unter ihnen der Schütze - und neun Verwundete auf dem Boden. Das ist die traurige Bilanz des jüngsten Amoklaufs in den USA. Alle Opfer des Täters, der sein schauriges Verbrechen vor Monaten im Internet angekündigt hatte, sind Frauen.

Fünf Verletzte befanden sich auch am Mittwoch noch immer in kritischem Zustand im Krankenhaus, berichteten die Behörden. Bei dem Amokläufer handelt es sich um den 48-jährigen George Sodini. Der Mann habe die Tat bereits vor neun Monaten in einem Internet-Tagebuch angedroht. Als «Grund» gab er an, dass er keine Freunde habe. Auch würden sich keine Frauen für ihn interessieren.

Unter den Opfern sei auch die Ex-Freundin des Täters, meldete die «Pittsburgh Post-Gazette» in ihrer Online-Ausgabe. Ihr habe der Mann in den Schenkel geschossen. Ob der Täter es nur auf Frauen abgesehen hatte, sei aber nicht bekannt. Insgesamt hätten sich zum Zeitpunkt der Tat rund 70 Menschen in dem Fitness-Center aufgehalten.

«Er sagte kein Wort. Er marschierte in den Raum, als wüsste er genau, wohin er wollte», berichtete Polizei-Superintendent Charles Moffat über die Tat. Der Schütze habe etwa eine Minute lang still in einer Ecke gestanden. Er habe erst das Licht ausgeschaltet und angefangen zu schießen. «Dann fielen plötzlich Menschen um», berichtete eine Zeugin. Der Schütze habe ein Gewehr mit einem kurzen Lauf in der Hand gehabt. «Schießerei, Schießerei! Rennt weg, rennt weg!», schrieen die Frauen, als der Mann zu seinen Waffen griff. Mehr als 50 Schüsse habe er abgegeben, bevor er sich selbst hinrichtete.

Die Tat gleicht einer Reihe von grausamen Amokläufen in den USA. Erst im Dezember 2008 verkleidete sich ein 45-jähriger Mann als Weihnachtsmann und erschoss auf einer Feier neun Menschen in Los Angeles - aus Frust über seine Scheidung. Im Jahr zuvor kam es auf dem Campus der Blacksburgh Universität in Virginia zum blutigsten Amoklauf in der Geschichte der USA. Der 23-jährige südkoreanische Student Cho Seung-Hui erschoss 32 Studenten und Lehrkräfte.

Kriminalität / USA
05.08.2009 · 22:59 Uhr
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