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Olympia-Rodel-Rennen finden trotz Todesfall statt

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Whistler (dpa) - Die olympischen Rodel-Rennen sollen trotz des tödlichen Unfalls des Georgiers Nodar Kumaritaschwili stattfinden. Dies entschied die Jury des Rodel-Weltverbandes FIL in Whistler.

Demnach sollen die ersten beiden Rennläufe der Männer um 17.00 Uhr Ortszeit an gestartet werden.

Die beiden Finalläufe folgen am 14. Februar. Die Männer-Rennen werden allerdings vom Damen-Start beginnen und damit kürzer sein als geplant. Als neue Sicherheitsmaßnahmen wurden im Zielbereich, in dem der 21-jährige Kumaritaschwili aus der Bahn katapultiert worden war, zudem die Banden erhöht.

Vor den ersten beiden Rennen des olympischen Wettkampfs sind zudem noch zwei zusätzliche Trainingsdurchgänge der Männer angesetzt. Der Start des ersten Laufes wurde um eine Stunde verschoben. Auch die Frauen und die Doppelsitzer sollen jeweils zwei Übungsläufe auf der modifizierten Bahn fahren. Kumaritaschwili war am Morgen des 12.Februar nach seinem Sturz im letzten Training des Tages gestorben. Laut FIL wurden in ersten Untersuchungen keine Mängel an der Anlage festgestellt.

Die georgische Olympia-Mannschaft hatte trotz des Todesfalls beschlossen, in Vancouver an den Start zu gehen. Das Team wolle seine Auftritte bei den Spielen in Kanada «dem gestorbenen Kollegen widmen», sagte der Sport- und Kulturminister des Landes, Nikolos Rurua. Man habe sich entschieden, dem «olympischen Geist zu folgen». Bei der Eröffnungsfeier am Freitag marschierten die Georgier mit schwarzen Schals und Trauerflor ins BC Place Stadium.

«In größter und tiefster Traurigkeit» habe die olympische Welt vom Tod des Rodlers erfahren, sagte Jacques Rogge, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), nach dem Einzug der Nationen. In einer Schweigeminute wurde des Georgiers gedacht. Die kanadische und die georgische Fahne sanken auf halbmast. «Tragt seinen olympischen Traum auf euren Schultern und kämpft mit seinem Geist in euren Herzen», rief John Furlong, der Präsident des Organisationskomitees VANOC, den Athleten zu. Der deutsche Fahnenträger André Lange, dreimaliger Bob-Olympiasieger, meinte: «Ich hoffe, es wirft keinen Schatten auf diese Spiele. Es ist eine Tragödie.»

Kurz nach dem Unglück hatten Untersuchungsrichter der Provinz British Columbia und die kanadische Polizei an der Olympia-Eisbahn ihre Ermittlungen aufgenommen. Auch der Rodel-Weltverband FIL habe eine Untersuchung eingeleitet, teilte das VANOC mit. «Das ist ein fürchterlicher Unfall. Unsere Gedanken gelten der gesamten Rodelfamilie und denjenigen, die von diesem Unfall betroffen sind», sagte FIL-Präsident Josef Fendt, der sich am Samstagabend (Ortszeit) zum Fortgang der Rodel-Wettbewerbe äußern wollte.

Der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) hatte sich nach dem Horror-Unfall für eine Austragung der Wettkämpfe ausgesprochen, allerdings die nun erfolgte Verlegung auf den Damen- Start angeregt. BSD-Präsident Andreas Trautvetter betonte zwar: «Es liegt aber nicht an der Geschwindigkeit. Wenn ein solcher Unfall auf einer langsameren Bahn passiert, wird er auch tödlich enden.» Dennoch sprach sich der Funktionär für eine künftige Begrenzung der Geschwindigkeit aus. «Alle Verantwortlichen müssen darüber nachdenken, dass man ein Limit einbaut.» Allerdings sei der Rodelsport eine Rennsportart. «Überall gibt es Stürze, überall auf der Welt.»

In der «Thunderbird»-Kurve hatte der junge Georgier im letzten der insgesamt sechs Trainingsläufe die Kontrolle über seinen Schlitten verloren. Er war kurz nach der Ziellinie aus der Bahn katapultiert worden und gegen einen etwa 40 Zentimeter entfernten Stahlträger geprallt. Rettungskräfte versuchten noch, den Rodler, der erst vor zwei Wochen mit Platz 28 beim Weltcup-Finale im italienischen Cesana für einen Achtungserfolg gesorgt hatte, zu reanimieren - ohne Erfolg.

Olympia / Vancouver / Deutsches Team
13.02.2010 · 21:46 Uhr
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