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Olympia in Rio - Karneval an der Copacabana

Nach der Entscheidung in Kopenhagen gab es in Rio kein Halten mehr.Großansicht
Rio de Janeiro (dpa) - An der Copacabana ging die Strandparty erst richtig los, als IOC-Präsident Jacques Rogge Rio de Janeiro zur Olympia-Stadt 2016 ausrief. Jubelstürme, Freudentränen, Sambatrommeln und Konfetti-Regen.

Die Cariocas, wie die Einwohner Rios heißen, lagen sich in den Armen. In diesem Jahr, so scheint es, feiert die «Cidade Maravilhosa», die Wunderbare Stadt, gleich zweimal Karneval, und die Party in Rio geht jetzt nahtlos ins Wochenende über. Grund zum Feiern gibt es genug: Rio holte die Spiele nicht nur nach Brasilien, sondern erstmals in der Olympia-Geschichte nach Südamerika.

Die riesige Bühne hatten die Stadtväter der Millionen-Metropole am Atlantik schon in dieser Woche aufgebaut. Zehntausende waren am Vormittag bei strahlendem Sonnenschein an den Strand gepilgert, um auf gigantischen Leinwänden die Entscheidung in Kopenhagen live und in Farbe zu sehen. Viele waren sprichwörtlich von Kopf bis Fuß in den Farben Brasiliens gekleidet: Gelb, Blau und Grün.

Eingeheizt von Musik- und Sambagruppen stieg die Stimmung, als Erzrivale Chicago überraschend schon in ersten Runde ausschied. Journalisten sprachen von einer historischen Stunde für Brasilien. Der Sieg war in greifbarer Nähe. Nur Madrid galt es noch zu bezwingen - dann kam die erlösende Botschaft aus Dänemark: Der Sieger heißt Rio de Janeiro. Unbändige Freude, Erleichterung und auch Stolz waren den Menschen in die Gesichter geschrieben. Aufgrund der fünf Stunden Zeitverschiebung erreichte die historische Kunde die Cariocas um 13.50 Uhr bei angenehmen Temperaturen um die 30 Grad.

«Jetzt ist Rio dran» stand auf Schildern, die die Fans in die Kameras hielten. Selbst das Wetter spielte mit: Blauer Himmel, Sonne und azurblauer Atlantik - die Millionen-Metropole zeigte sich von ihrer besten Seite. Für die Stadt am Zuckerhut ist die Entscheidung auch eine Bestätigung für die gewachsene Rolle Brasiliens, das 2014 bereits die Fußball-Weltmeisterschaft ausrichtet.

Trotz ernsthafter Probleme mit Kriminalität und der teils erschreckenden Armut in den Favelas - bis zur Eröffnungsfeier 2016 in Rios Maracanã-Stadion sollen die Milliarden-Investitionen in die Infrastruktur, Sicherheit und die Schaffung von Arbeitsplätzen fließen und so den Einwohner zu Gute kommen.

Der Erfolg ist sicher auch auf das unermüdliche Werben von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zurückzuführen, der einmal gesagt hatte: «Als Gott die Welt erschuf, bereitete er Rio de Janeiro auf die Olympischen Spiel vor.» In Kopenhagen trat die brasilianische Olympia-Truppe selbstbewusst auf. Lula erinnerte daran, dass nur Brasilien unter den zehn größten Volkswirtschaften noch keine Spiele ausgerichtet habe. «Es ist Zeit, das olympische Feuer in einem tropischen Land zu entzünden, in der schönsten und wundervollen Stadt: Rio de Janeiro.»

Als die Entscheidung gefallen war, wurde am Atlantikstrand eine riesige Flagge mit der Dankesbotschaft an Kopenhagen entrollt: «Rio liebt Euch.» Auf blauem Grund zeigte die 2200 Quadratmeter große Fahne zudem eines der Wahrzeichen Rio des Janeiros: den «Christo Rendentor» (Christus der Erlöser), der seit 1931 hoch oben auf dem Corcovado-Berg thront. Die 30 Meter hohe Figur schaut auf Rio herab mit weit geöffneten Armen, die aus Sicht der Cariocas jetzt 2016 auch die Sportler aus aller Welt willkommen heißen werden.

KORR-Ausland / Olympia / 2016 / Rio
02.10.2009 · 19:45 Uhr
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