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Olympia-Eröffnung mit Queen und James Bond

EröffnungsfeierGroßansicht

London (dpa) - Spektakulär und schrill, aber auch besinnlich und anrührend - unter dem Motto «Isles of Wonder» (Inseln der Wunder) hat sich Großbritannien bei der Eröffnungsfeier der XXX. Olympischen Sommerspiele in London als Gastgeber mit Herz und Humor präsentiert.

62 000 Zuschauer im Olympiastadion und bis zu vier Milliarden Menschen weltweit vor den TV-Geräten ließen sich am Freitagabend von einer stilvollen Show verzaubern, bei der Tradition und Moderne in bunten Bildern miteinander verschmolzen.

Schon bevor die Sportler aus 204 Ländern ins Stadion einmarschierten und das olympische Feuer nach einem 70-tägigen Fackellauf durch ganz Großbritannien die Arena erreichte, wurden die Zuschauer von dem für 27 Millionen Pfund (34 Millionen Euro) inszenierten Programm mitgerissen, das von Rad-Heros Bradley Wiggins eröffnet wurde. Der einheimische Tour de France-Sieger gab im Gelben Trikot mit einem Gongschlag das seit Jahren ersehnte Startsignal.

Ein erster Höhepunkt war der Auftritt von James Bond-Darsteller Daniel Craig - und auch die Queen spielte dabei mit. Für die Eröffnungsfeier hatte Elizabeth II. erstmals in ihrer mehr als 60 Jahre währenden Amtszeit eine Filmrolle übernommen - und dann gleich in einer Action-Szene an der Seite «ihres» Geheimagenten. 007 holte die 86 Jahre alte Monarchin im Buckingham Palast mit dem Hubschrauber ab. Der Streifen war bereits vor Monaten abgedreht worden.

In der Filmszene besteigt Craig einen Hubschrauber - und springt dann mit einem Fallschirm im Union-Jack-Design mit einem Queen-Double an seiner Seite über dem Olympiastadion ab. Im selben Moment betrat die echte Königin an der Seite ihres Ehemannes Prinz Philip leibhaftig die Ehrentribüne des Stadions. Später sollte die Queen vor der mit Spannung erwarteten Entzündung des Feuers die Spiele feierlich eröffnen.

Star-Regisseur und Oscar-Preisträger Danny Boyle hatte die stimmungsvolle Aufführung kreiert. Er wollte sie freilich nicht mit der Mega-Party von Peking 2008 verglichen wissen. «Die Shows sind immer größer und größer geworden - man kann aber nicht größer sein als Peking», sagte der 55-Jährige. «Deswegen haben wir versucht, etwas Eigenes zu machen.» Boyle würdigte die Leistung der 15 000 Teilnehmer: «Das sind unsere Besten!»

Vor den Augen der britischen Königsfamilie sowie rund 130 Staatsoberhäuptern aus aller Welt führten die Freiwilligen in einem farbenfrohen Kaleidoskop durch die Geschichte des Königreichs. Auch Bundespräsident Joachim Gauck schaute gebannt zu. Er hatte sich darauf gefreut, «Olympia mitzuerleben und die Atmosphäre aufzusaugen».

Vom Agrarland mit Kühen, Gänsen und Schafen im Stadion-Innenraum verwandelte sich die Szenerie in wenigen Minuten in eine Industrielandschaft mit rauchenden Schornsteinen. «Es sind unsere Inseln, die wir hier zeigen», erläuterte Boyle und appellierte an den Nationalstolz der Briten. Dazu gehörten auch spektakuläre Effekte: Die fünf olympischen Ringe wurden an Ballons 34 Kilometer in die Höhe gezogen. Am Ende der Zeremonie sollten sie die Stratosphäre erreicht haben.

Nach der olympischen Auftaktparty gehören die Arenen bis zum 12. August den Sportlern, die in 302 Wettbewerben um Gold, Silber und Bronze kämpfen. Erstmals sind in allen olympischen Sportarten Frauen vertreten. An diesem Samstag stehen die ersten zwölf Entscheidungen auf dem Programm. Das erste Gold der Spiele geht traditionell an eine Schützin. Im Wettbewerb mit dem Luftgewehr zählen auch die Deutschen Beate Gauß und Jessica Mager zu den Medaillen-Kandidatinnen.

Olympia / London / Generalvorschau
27.07.2012 · 22:56 Uhr
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