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Özdemir: Wulff sollte sich von Seehofer distanzieren

Hamburg (dpa) - Der Grünen-Chef Cem Özdemir hat Bundespräsident Christian Wulff aufgefordert, sich bei seinem Staatsbesuch am Montag in der Türkei von «Rechtspopulisten» wie CSU-Chef Horst Seehofer zu distanzieren.

Dem «Hamburger Abendblatt» (Montag-Ausgabe) sagte Özdemir: «Christian Wulff hat für sein Bekenntnis zur Einbürgerung von Menschen mit muslimischem Hintergrund zu Recht viel Anerkennung in der Türkei erfahren.» Auch die aktuellen Äußerungen des türkischen Präsidenten Abdullah Gül und des türkischen Europaministers Egemen Bagis seien gute Beiträge für einen konstruktiven deutsch-türkischen Dialog zur Integration gewesen.

Der Bundespräsident habe nun die Gelegenheit, diesen Dialog zu vertiefen, betonte Özdemir. «Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass Christian Wulff deutlich macht: Die Integrationsdebatte in Deutschland wird nicht von den Rechtspopulisten Seehofer und (Thilo) Sarrazin dominiert, sondern von einem parteiübergreifenden Interesse an einer rationalen Debatte um die beste Integrationspolitik.»

Der integrationspolitische Sprecher der SPD, Rüdiger Veit, sagte der Zeitung: «Angesichts der unverständlichen Äußerungen von Horst Seehofer sollte Wulff den Türken sagen, dass sie hier in Deutschland willkommen sind.» Die derzeitige Integrationsdebatte werde nicht auf Basis von Fakten geführt, kritisierte Veit: «Eine Panik vor einem Zuviel an Zuwanderung ist unangebracht, wenn man sieht, dass die Zahl der Türken, die von Deutschland in ihre türkische Heimat zurückgegangen ist, im letzten Jahr um 9000 Personen höher lag als die Zahl der Türken, die nach Deutschland gekommen sind.»

Migration / Bundespräsident / Türkei
18.10.2010 · 12:08 Uhr
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