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Ölpest erreicht Texas - Supertanker weiter erfolglos

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Washington/London (dpa) - Die schlimmste Ölpest der US-Geschichte hat nun auch den Bundesstaat Texas erreicht. Ölklumpen seien an Strände der texanischen Ostküste nahe Galveston gespült worden, berichteten US-Medien am Dienstag.

Damit sind jetzt alle fünf Bundesstaaten am Golf von Mexiko von der Umweltkatastrophe betroffen. Die Leistung des umgebauten Supertankers «A Whale», der die Verschmutzung eindämmen soll, blieb bislang weit hinter den Erwartungen zurück.

Insgesamt seien in Louisiana, Alabama, Florida, Mississippi und Texas fast 800 Kilometer Küste verseucht, teilte die US-Küstenwache mit. Das Öl aus der unablässig sprudelnden Quelle sei erstmals auch in den Pontchartrain-See im Südosten von Louisiana geschwemmt worden, einen riesigen Brackwassersee nördlich von New Orleans.

Der Ölteppich auf dem Wasser ist seit Tagen kaum mehr zu kontrollieren, weil schlechtes Wetter das Meer aufwühlt und die Säuberungsmaßnahmen behindert. Derzeit seien die Wellen bis zu zweieinhalb Meter hoch, sagte ein BP-Sprecher.

Pro Tag würden derzeit nur etwa 120 Tonnen Öl aus dem Wasser gesaugt, berichtete die «Washington Post». Das ist nur ein Bruchteil der maximal 8200 Tonnen, die nach offiziellen Schätzungen täglich aus dem Leck strömen. Direkt an der Unglücksstelle fängt BP derzeit rund 3400 Tonnen auf.

Auch der Einsatz des Supertankers «A Whale» («Ein Wal»), der nach Angaben der taiwanesischen Eignerfirma TMT täglich bis zu 80 Millionen Liter Wasser-Öl-Gemisch aufsaugen und trennen soll, konnte bisher keine Abhilfe schaffen. Ein erster Testlauf erwies sich als Pleite. Das mit dem Wasser vermengte Öl sei nicht dickflüssig genug, damit es in dem Schiff sauber getrennt werden könne, sagte ein BP-Sprecher. Die Küstenwache hat die Testphase bis Donnerstag verlängert. Sie will den Giganten nun in eine Region auf dem Meer lotsen, in der das Öl konzentrierter vorliegt.

Um die Säuberungsarbeiten besser steuern zu können, hat die US-Navy ein großes Luftschiff in die Region geschickt. Der etwa 55 Meter lange silberne Flieger sollte von Dienstag an über dem Ölteppich kreisen und aufzeichnen, wohin er sich bewegt, berichtete der Nachrichtensender CNN. So sollen die Schiffe zum Abschöpfen des Öls und der Einsatz der Reinigungsmannschaften an den Küsten besser koordiniert werden. Im Gegensatz zu Hubschraubern könne er wesentlich länger in der Luft bleiben und eine größere Fläche beobachten. Er biete Platz für zehn Passagiere.

Die Ölkatastrophe stellt BP auch unternehmerisch vor immer größere Probleme. Angesichts astronomischer Kosten wird weiter über die Zukunft des Konzerns spekuliert. Die britische Regierung bereitet sich nach Informationen der «Times» auf ein Auseinanderbrechen von BP vor. Es würden Krisenpläne für den Fall eines Zusammenbruchs oder einer Zerschlagung ausgearbeitet, berichtete die Zeitung am Dienstag. Die Kosten für den Kampf gegen die Umweltkatastrophe wurden von dem Unternehmen zuletzt auf auf 3,12 Milliarden Dollar (2,5 Mrd. Euro) beziffert.

Website der am Einsatz beteiligten US-Behörden und Unternehmen

Umwelt / USA
06.07.2010 · 15:31 Uhr
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